Rochlitz will in Gewerbegebiet investieren

An der Colditzer Straße sollen sich auf einer Fläche etwa so groß wie fünf Fußballfelder Firmen ansiedeln. Interessenten gibt es noch nicht. Auch die Kosten sind derzeit offen. Denn Verhandlungen mit aktuellen Grundstückseigentümern stehen erst noch an.

Rochlitz.

Auf einem Feld an der Colditzer Straße zwischen den Autohäusern Möckel und Döring sollen Gewerbeflächen für kleine Unternehmen entstehen. Die Stadt Rochlitz will ein etwa 35.000 Quadratmeter großes Areal an der Bundesstraße 107 in Richtung Zwickauer Mulde erschließen. Entsprechende Pläne präsentierte die Verwaltung während der jüngsten Stadtratssitzung.

Doch noch ist vieles vakant. So stehen weder die Gesamtkosten für das Gewerbegebiet fest, noch gibt es konkrete Interessenten, bestätigte Oberbürgermeister Frank Dehne (parteilos) gestern, der damit ein Wahlkampfversprechen umsetzt. Er verteidigt die Pläne: "Wenn wir keine Flächen haben, fragt auch keine Firma nach. Daher brauchen wir das Gebiet, um damit die Voraussetzungen für neue Firmenansiedlungen und Jobs zu schaffen." Annähernd 900.000 Euro seien allein für die Erschließung des Areals notwendig - in dieser Summe fehle aber noch der Kaufpreis für den Teil der Grundstücksflächen, die nicht der Stadt, sondern privaten Eigentümern gehören.

Laut Dehne soll noch in diesem Jahr mit den Verkaufsverhandlungen begonnen werden. Letztlich sei es eine Frage des Preises, ob diese die Flächen verkaufen, so Dehne. Grundsätzlich seien die Eigentümer aber dazu bereit. Dehne: "Jede Investition birgt Risiken. Ich sehe gerade in Verbindung mit dem Schul- und Wohnstandort Rochlitz, jedoch gute Voraussetzungen, um Firmen anzusiedeln."

Das Vorhaben stößt in der Region auf breite Zustimmung. "Es gab in Rochlitz immer die Kritik, dass es keine Flächen gibt. Daher ist es gut, dass nun etwas getan wird", betonte Karsten Stölzel, Chef des Gewerberings. Der Standort sei ebenfalls geeignet. Auch die Industrie- und Handelskammer begrüßt, wenn Kommunen Gewerbeflächen vorhalten. Dies sollte unabhängig davon erfolgen, ob konkrete Anfragen von Firmen vorlägen. Oft müssten Unternehmen kurzfristig auf Auftragsentwicklungen reagieren und expandieren - daher müssten Grundstücke vorgehalten werden, so die Kammer. Bei der Auswahl sei aber wichtig, dass die Flächen nicht in Überschwemmungsgebieten liegen beziehungsweise Konflikte mit Anwohnern entstehen.

Lokalpolitiker stehen hinter den Plänen der Stadtverwaltung. Für CDU-Fraktionschef Martin Grzelkowski wird es höchste Zeit, dass sich nach vielen Jahren des Stillstandes in dieser Angelegenheit etwas bewegt. "Wir müssen andere Wege gehen als bisher. Es bringt nichts, ängstlich zu warten, dass Firmen einmal vor der Türe stehen", betonte der Stadtrat. Er empfinde das Millionen-Projekt daher nicht als Risiko-Investment. "Wir dürfen keine Angst haben, Geld auszugeben. Die große Politik macht das auch - so für die Rettung von Banken, Staaten und auch die Flüchtlingshilfe", so Grzelkowski weiter. Jana Lang (Die Linke) sieht es ebenfalls als notwendig an, Gewerbeflächen zu erschließen. "Rochlitz würde attraktiver und der Wohn- und Bildungsstandort ergänzt", sagte Lang. Die Kosten müsse man in Kauf nehmen. "Stadtentwicklung kostet Geld. Wer nichts riskiert, der nichts gewinnt", so Lang.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...