Rochlitzer Hobbyfotografin transportiert Emotionen

Ilona Günther geht mit Leidenschaft auf Motivsuche. Am Freitag sind ihre Arbeiten erstmalig in der Galerie der François Maher Presley Stiftung in Waldheim zu sehen.

Rochlitz/Waldheim.

Bei der Frage, wie sie zur Hobbyfotografin wurde, lacht Ilona Günther. "Ich habe mir als Jugendliche die Kompaktkamera meiner Eltern genommen, damit auf unseren Ausflügen Motive entstehen, bei denen nicht die Köpfe oder Füße abgeschnitten sind." Die junge Rochlitzerin hatte es besser drauf als der Rest der Familie. Und sie hatte Blut geleckt. Als Studentin kam sie bei einem Ferienjob am Fließband mit einem fotoaffinen Mitarbeiter in Kontakt. "Von ihm habe ich Tipps bekommen, und als ich sicherer wurde, meine erste Spiegelreflexkamera gekauft. Damals noch analog. Aber das spielte nicht die entscheidende Rolle. Wichtiger war, dass ich Effekte ausprobieren und experimentieren konnte."

Das digitale Zeitalter eröffnete Ilona Günther noch mehr Möglichkeiten. Sie entdeckte soziale Netzwerke wie etwa Tumblr für sich, richtete vor knapp drei Jahren dort einen Blog ein und machte die ersten ihrer Fotomotive öffentlich. "Die kamen überraschend gut an. Mit einem derart positiven Widerhall hatte ich nicht gerechnet." Die Plattform, sagt sie, habe sie entscheidend weitergebracht. "Ich konnte mir viel abgucken, schauen, was andere machen. Und ich entwickelte einen unerwarteten Ehrgeiz, der mich nicht mehr loslässt."

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Was die 34-Jährige zusätzlich antreibt, ist ein hohes Maß an Empathie gegenüber ihrem Umfeld und Interesse daran, wie Menschen psychisch ticken. Diese Lebhaftigkeit und Offenheit spiegeln auch ihre Motive in der Galerie wider. "Die mögen zwar teils etwas melancholisch auf den Betrachter wirken. Doch das ist gewollt. Meine Emotionen arbeite ich durch eine Bildbearbeitung heraus, die Tiefen hervorbringt und Oberflächliches zurücktreten lässt." So bedient sich die Hobbyfotografin keiner der aus ihrer Sicht eher groben Standardfilter. Sie arbeitet etwa mit Langzeitbelichtung, verschiedenen Stufen von Farbsättigung oder Veränderungen beim Weißabgleich. "Ich verstärke Stimmungen, ohne das Motiv völlig zu verfremden." Was Ilona Günther bezweckt, ist der Blick hinter das vermeintlich allzu Offensichtliche, eine Öffnung für das, was hinter ihren Bildern steckt. Zudem verknüpft sie das Bildhafte mit Lyrik und Aphorismen, die, wie sie sagt, zur Erweiterung des Interpretationsspielraumes beitragen. Für die Rochlitzerin ist die mit Lyrik verbundene Fotografie der ideale Ausgleich für ihre Lehrtätigkeit am Internationalen Gymnasium Geithain.

Die Ausstellung "Suchen und Finden" wird am 16. Februar, 16 Uhr in der Galerie der François Maher Presley Stiftung für Kunst und Kultur an der Schlossstraße 23 in Waldheim eröffnet. Die von der Stiftung geförderte Schau ist bis 23. März zu sehen. Anmeldungen per E-Mail i.guenther@mail.de.

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