Schandfleck im Peniger Zentrum seit Jahren ein Sorgenkind

Die Aufwertung des Gebäudekomplexes Schloßplatz 1 bis 5 lässt auf sich warten. Nun ist klar: Das Projekt wird teurer, als angenommen. Der Stadtrat soll über mehr Fördergeld entscheiden.

Penig.

Viele sanierte Häuser prägen das Bild der Peniger Innenstadt. Doch seit über zehn Jahren verfällt ein wichtiger Blickfang zusehends - das Gebäudeensemble am Schloßplatz 1, 3 und 5. Dieses Jahr oder Anfang 2019 könnte endlich die Sanierung starten. Doch dafür muss der Stadtrat nächste Woche noch eine wichtige Weiche stellen.

Rückgängig gemacht werden soll ein Beschluss vom April 2016. Denn vor zweieinhalb Jahren hatte der Stadtrat einen finanziellen Zuschuss von 485.000 Euro genehmigt. Zu je einem Drittel teilen sich der Bund, der Freistaat und die Stadt diese Fördermittel, die der eigens für dieses Projekt gegründeten Grundbesitz Penig GmbH & Co. KG zur Verfügung gestellt werden sollen.

"Damals betrugen die Baukosten noch gut 2,45 Millionen Euro", erklärt Manuela Tschök-Engelhardt, die Leiterin der Finanz- und Bauverwaltung. Doch zwischenzeitlich hätten sich die damals kalkulierten Mieteinnahmen von 6 bis 7 Euro pro Quadratmeter als unrealistisch für Penig erwiesen. Zudem müsse nunmehr von einer 200 Quadratmeter geringeren Mietfläche ausgegangen werden - und das bei gestiegenen Baukosten, die mittlerweile bei über 3 Millionen Euro lägen. Aus all diesen Gründen mache sich eine Erhöhung des Zuschusses erforderlich, der mit rund 1,2 Millionen Euro nun fast dreimal so hoch liegt. Ein Drittel davon entfalle auf die Stadt. "Wir fördern aber nur, wenn auch der Förderanteil von Bund und Land fließt", so die Bauamtschefin.

"Wir als Stadt könnten ein solches Sanierungsprojekt allein gar nicht stemmen. Es würde über viele Jahre unsere Mittel binden, die wir in anderen Bereichen wie Kita, Schule und Straßenbau dringend brauchen", sagt Tschök-Engelhardt. "Wir verstehen, dass die Leute langsam ungeduldig werden." Sollte die Finanzierung stehen, könnte in wenigen Monaten mit der Entkernung der Gebäude begonnen werden. Davon geht sie aus. Die Baugenehmigung sei im Juli erteilt worden.

Geplant sind Wohnungen in den oberen Etagen, im Erdgeschoss wollen ein ortsansässiger Fleischer und eventuell ein Gemüsehändler ihre Geschäfte eröffnen. Hinter den Häusern entstehen Parkflächen für die Autos der Mieter und der Mitarbeiter. Die Stadt war zwischenzeitlich Eigentümer der Grundstücke. Sie wurden später jedoch an die Grundbesitzgesellschaft verkauft.

Stadtratssitzung am Donnerstag, dem 20. September, 18.30 Uhr im Peniger Ratssaal.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...