Seelitzer Brunnendörfer bald am Trinkwassernetz

Hitze und Dürre machen auch den Einwohnern von Beedeln zu schaffen. Denn das Wasser in den eigenen Brunnen wird knapp. Doch Besserung ist in Sicht.

Bernsdorf/Beedeln.

Gerhard Hofmann kocht seinen Kaffee derzeit noch mit Mineralwasser aus der Flasche, denn das Wasser in seinem Brunnen hat keine Trinkwasserqualität. "Wenn es so heiß ist wie in den letzten Tagen, schleppen wir hier ordentlich Wasserkästen", sagt Hofmann. Er ist einer von vier Grundstückseigentümern im Seelitzer Ortsteil Beedeln, der über keinen Anschluss ans öffentliche Trinkwassernetz verfügt. Auch der Ortsteil Bernsdorf ist bislang unerschlossen. Die Haushalte beziehen ihr Wasser größtenteils aus eigenen Brunnen.

Der zuständige Wasserzweckverband "Mittleres Erzgebirgsvorland" (ZWA) in Hainichen will beide Orte nun bald ans Netz bringen. Zu dem Zweck hat der ZWA die betreffenden Grundstückseigentümer zu Beginn des Jahres schriftlich befragt. Denn pro Anschluss würde eine Beteiligung von 5000 Euro fällig, um die Baukosten zu decken.


"Mehr als 70 Prozent der Eigentümer haben dem zugestimmt. Mindestens 70 Prozent waren Voraussetzung für die Maßnahme", erklärt der Technische Geschäftsleiter des ZWA, Ulrich Pötzsch. Inzwischen habe auch das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft entschieden, dass alle Fördervoraussetzungen für die Region gegeben sind, so Pötzsch weiter. "Wir warten jetzt auf den schriftlichen Bescheid von der Sächsischen Landesaufbaubank, die unser Vorhaben fördert. Dann legen wir los. Das kann bereits im August soweit sein, spätestens aber Ende September", so der Technische Geschäftsleiter.

Für die Beedelner wäre das eine enorme Verbesserung. Drei der vier Grundstücke sind derzeit an eine alte Leitung der Agrargenossenschaft Agraset Naundorf angeschlossen. Diese versorgte ursprünglich einen Stall des Unternehmens in Bernsdorf, den es nicht mehr gibt. "Aber auch das Wasser in dieser Leitung hat keine Trinkwasserqualität. Und es gibt immer wieder Ausfälle", so Hofmann. Er ist an diese Leitung nicht angeschlossen, sein Brunnen bei der anhaltenden Trockenheit so gut wie leer. "Im schlimmsten Fall müssen wir Wassertankwagen vom ZWA ordern", sagt er. "Damit sich der Grundwasserspiegel erholt, ist ein mehrwöchiger Landregen notwendig. Und auch dann dauert es, bis das Wasser im Boden ankommt. Ein kurzer Schauer hilft uns nicht."

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