Sprungbrett in den Traumberuf

Sie helfen in Kindergärten, gestalten Angebote für Schulkinder, kümmern sich in Krankenhäusern um Patienten und packen im Naturschutz mit an - Freiwillige sind in vielen sozialen Einrichtungen im Einsatz. Die "Freie Presse" stellt engagierte Männer und Frauen vor. Heute: Karina Engst

Lichtenwalde.

Als vor Kurzem das 20-jährige Bestehen des Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) beim Träger der Landesstiftung Natur und Umwelt (Lanu) in der Orangerie des Schlosses Lichtenwalde gefeiert wurde, waren auch viele ehemalige FÖJler unter den Gästen. Denn hier hatte im September 1999 alles begonnen. 15 junge Menschen wurden damals in ein FÖJ im Natur- und Umweltschutz vermittelt. Das Barockschloss Lichtenwalde war die damalige Außenstelle der Lanu.

Auch Karina Engst war gekommen. Die 31-Jährige gehörte 2007 zu den Freiwilligen und berichtete nun von ihrem Einsatz und ihren Erfahrungen. Sie hatte nach ihrem Abitur keine genaue Vorstellung, wie ihr berufliches Leben aussehen sollte. "In unserer Schule wurden verschiedene Möglichkeiten präsentiert, darunter waren auch die Freiwilligendienste. Da war für mich klar, ich melde mich für ein FÖJ, weil ich sehr naturverbunden bin und mich besonders für Pflanzenkunde interessiere", berichtete Karina Engst, die ihre Einsatzstelle in Lichtenwalde hatte.


In dem Jahr hatte sie mehrere Schwerpunkte: Sie organisierte und führte Veranstaltungen mit dem Umweltmobil durch, betreute die Umweltbibliothek, wirkte an den Vorbereitungen von Ausstellungen mit und war bei der Pflege des Kräutergartens sowie der Planung und Durchführung von Projekten im Kräutergarten integriert. "Besonders gut fand ich die Seminare, bei denen man viel über sich selbst herausfinden konnte. Die Zeit war sehr prägend für mich", schätzt sie rückblickend ein. Danach beschloss sie, ein Studium an der Hochschule Bernburg in Naturschutz- und Landschaftsplanung aufzunehmen. Mit dem Bachelor in der Hand nach drei Jahren wurde ihr die Möglichkeit geboten, weiterhin an der Hochschule als wissenschaftliche Mitarbeiterin zu bleiben. "Das FÖJ gab mir die Chance, meine Persönlichkeit zu entwickeln, zu testen, was mir liegt und was nicht, ob ich vor Leuten sprechen und Gruppen leiten kann", zählt Karina Engst auf, die inzwischen nach Bernburg gezogen ist und ein Kind erwartet.

Die Anzahl der Freiwilligen ist in den 20 Jahren auf über 550 gestiegen, die sich aktiv für Belange des Natur- und Umweltschutzes einsetzen. Das FÖJ ist eine feste Größe im Freiwilligendienst neben dem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) geworden. "Unser Anliegen ist die Unterstützung von Projekten und die Sensibilisierung der jungen Menschen für den Naturschutz. Viele FÖJler nehmen nach ihrem Einsatz eine Ausbildung im Naturschutz auf oder bringen sich weiterhin ehrenamtlich ein", erklärt Veronika Luther, die seit 19 Jahren für FÖJler zuständig ist. Inzwischen betreut die Lanu jedes Jahr 37 Freiwillige im FÖJ und mehr als 40 Einsatzstellen in ganz Sachsen. Die Einsatzmöglichkeiten für die Jugendlichen reichen vom klassischen Biobauernhof über Umweltbildungseinrichtungen und Naturschutzverbänden bis hin zu Einrichtungen im technischen Umweltschutz und in der Umweltanalyse.

Für ein FÖJ kann man sich bei der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt in Dresden bei Veronika Luther, Telefon 0351 81416611, bewerben.

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