Tauschaer unter Strom: Bürger rüsten sich gegen neue Trasse

Der geplante Verlauf der 110-Kilovolt-Leitung von Röhrsdorf nach Elsdorf passt vielen Anwohnern nicht. Nun erhöhen sie den Druck - und haben eine Bürgerinitiative gegründet. Der Bauherr kündigt an, Vorschläge zu prüfen.

Tauscha/Penig.

Im Kampf um eine neue Trassenführung für die geplante Starkstromleitung zwischen Röhrsdorf und Elsdorf schalten Bürger hoch. In Tauscha bei Penig hat sich einen Bürgerinitiative gegründet. Dies teilte deren Sprecher Helmar Biering mit.

Der kleine Ort würde demnach besonders unter der geplanten Freilandleitung leiden, die wohl nur wenige hundert Meter an Wohnungen vorbeiführen solle. Anwohner sorgen sich aufgrund erwarteter Strahlenbelastung. Zudem seien die Beeinträchtigungen für Tauscha schon ohne neue Trasse groß: Der Ort wird von der A 72 und der früheren Bundesstraße 95 flankiert, zudem rotieren in der Nähe Windräder.

Die Bürgerinitiative plant, eine Unterschriftenaktion zu initiieren, um ihren Zielen Nachdruck zu verleihen. Im Kern geht es laut Biering darum, dass die neue Trasse im Raum Tauscha das Landschaftsschutzgebiet des Mulden- und Chemnitztals optisch weitestgehend unberührt lässt - dafür sollten die Leitungen in der Erde verlegt werden. "Dort soll es keine Freileitungen geben", betonte Biering. Jegliche Strahlenbelastung für Bürger müsse zudem ausgeschlossen werden, indem die Trasse im Abstand von etwa 400 Metern zu Häusern verlaufen soll, so Biering weiter.

Bauherr der Starkstromtrasse ist die Envia-Tochter Mitnetz. Ein Sprecher betonte gestern im Gespräch mit der "Freien Presse", dass die Vorschläge der BI geprüft werden. Man wolle eine konstruktive Zusammenarbeit. Die Tauscher stehen mit ihren Forderungen nicht allein da. Auch die Stadt Penig präferiert eine Leitung im Boden, sagte eine Sprecherin. "Ziel muss es sein, dass die Folgen für die Anwohner so gering wie möglich sind. Immerhin müssen die Tauschaer schon mit Lärm der Leipzig-Autobahn und der ehemaligen B95 leben."

Letztlich geht es bei der Varianten-Entscheidung von Mitnetz auch ums Geld. Eine Kostenübersicht für beide Varianten werde derzeit erarbeitet und könne später mit den Unterlagen zum Planfeststellungsverfahren auch öffentlich eingesehen werden, sagte eine Mitnetz-Sprecherin jüngst. Auswirkungen der Leitung auf die Natur würden ebenfalls untersucht. Die neue Stromleitung ist laut Mitnetz nötig, um Überlastungen im Netz zu vermeiden und die Versorgungssicherheit zu erhöhen. Wann Baustart ist, ist noch unklar. Grund ist auch, dass nach Protesten von Burgstädtern der Trassenverlauf im dortigen Gebiet verändert wurde.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...