Turm-Nutzung: Stadtrat stellte Aktionsliste vor

Um an Fördergeld für eines der prägenden Geringswalder Wahrzeichen zu gelangen, muss die Stadt vor der Sanierung die Vermarktung des Touristenmagnets nachweisen. Das wird nicht einfach!

Geringswalde.

Als dickster Brocken mit rund 310.000 Euro hat es der König-Friedrich-August-Turm in Geringswalde kürzlich in den aktuellen städtischen Haushalt geschafft. Die Sanierung des mehr als 100 Jahre alten Bauwerks steht außer Frage. Genauso wie seine Akzeptanz in der Bevölkerung und der Wunsch nach dessen Erhalt.

So meldete sich jetzt Kreisrat David Rausch (Die Linke) zu dem Thema zu Wort. Als einer der Mitinitiatoren einer im vergangenen Sommer durchgeführten Umfrage unter Geringswalder Einwohnern zur Zukunft des Wahrzeichens registrierte er die Sanierungspläne mit Genugtuung. Und nahm das eindeutige Votum zum Anlass, ein Konzept für die künftige Vermarktung des Touristenzieles zu Papier zu bringen.

So sieht Rausch unter anderem im Geringswalder Funkclub einen wichtigen Ansprechpartner, wenn es darum geht, Ausflüglern die Aussichtsplattform zugänglich zu machen. "Hier ließe sich auch ansetzen, eine gastronomische Schiene wenigstens in bescheidenem Rahmen zu entwickeln, die von Besuchern heutzutage einfach erwartet wird", so Rausch. Um Geld in die leere Turmkasse zu spülen, sollte es heimischen Unternehmen ermöglicht werden, das Gemäuer mit ihrer Werbung anstrahlen zu lassen. Weiter schlägt der Kreisrat das Aufstellen eines Münzautomaten und die Installation eines Teleskopes vor. "Und der Aufgang im Turminnern könnte durch Graffitis von Hobbykünstler Patrick Landgraf aufgepeppt werden, der sich inzwischen in der Region einen Namen gemacht hat."

Die komplette Liste will der Linkspolitiker den Geringswaldern im Februar vorstellen. Der Stadtverwaltung dürfte das Konzept in die Hände spielen. Ohne kräftige Finanzspritze der Europäischen Union kann die Kommune die Sanierung nicht in Angriff nehmen. "Eine der Fördervoraussetzungen besteht darin, das Denkmal künftig zugänglich zu machen", äußerte Bauamtsleiter und Kämmerer Thomas Riedel jüngst in der Sitzung des Stadtrates.

Grundsätzlich sei der Geringswalder Funkclub auch weiter bereit, den Aussichtspunkt vom Frühjahr bis Herbst an Wochenenden offen zu halten. "Wochentage scheiden aus. Das können wir mit unseren zwölf aktiven Mitgliedern gar nicht leisten", urteilt Vereinsmitglied Jens Hammer. Und über die Frage eines gastronomischen Angebotes solle man noch einmal nachdenken. "Wir verfügen dort oben über keinerlei sanitäre Einrichtungen", gibt Hammer zu bedenken.

Dass ein Konzept für die Vermarktung her muss, ist in den Reihen der Freien Wähler unstrittig. "Ich sehe aber auch das Problem der personellen Besetzung. Darüber wird man reden müssen", äußerte etwa Catrin Elias. Und Vizebürgermeister Thomas Damm (FDP) mahnt, nicht einen Schritt vor dem anderen zu tun. "Wir sollten uns nicht verzetteln. Auf unserer Agenda stehen in diesem Jahr eine Reihe größerer Baumaßnahmen. Der Aussichtsturm wird vermutlich noch nicht dabei sein." Bis es soweit sei, sollte die Stadtverwaltung seinen Vorschlag aufgreifen, je einen Schlüssel im Rathaus und in der Altgeringswalder "Karpfenschänke" zu deponieren. "Damit wäre Ausflüglern die Turmbesteigung auch außerhalb der Wochenenden möglich."

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