Veganer Bauer geht neue Wege

Daniel Hausmann verzichtet auf seinem Bio-Hof in Breitenborn auf Tiere und deren Produkte. Seine Waren verkauft er nun auch im eigenen Laden.

Breitenborn.

Um seine Produkte zu verkaufen, geht Landwirt Daniel Hausmann ab sofort neue Wege. So hat der 25-Jährige, der auf dem Familiengrundstück im Rochlitzer Ortsteil Breitenborn bio-vegane Landwirtschaft betreibt, einen Hofladen aufgemacht. Montags bis freitags von 16 bis 18 Uhr wird dieser geöffnet sein. Bislang verkauft Hausmann seine Produkte bereits einmal wöchentlich an Privatkunden in Chemnitz und liefert pro Woche 25 Gemüsekisten an Abnehmer in Leipzig. "Die Leute haben nachgefragt, ob wir unser Gemüse auch ab Hof verkaufen", erklärt er, wie es jetzt zum Hofladen kam.

Neben dem Gemüse, das Daniel Hausmann anbaut, werden in dem Laden im ehemaligen Kuhstall auch andere Lebensmittel wie Süßwaren, Getränke sowie Fleisch- und Milchersatzprodukte zu finden sein, die er aus dem Großhandel bezieht. Seinen Laden will Hausmann außerdem an jedem ersten Samstag im Monat von 10 bis 16 Uhr öffnen und dann auch Interessierte über den bio-veganen Landbau informieren.


"Bio" bedeutet, dass keine Pestizide oder chemisch-synthetische Dünger zum Einsatz kommen. Mit "vegan" ist gemeint: Hausmann hält keine Tiere und setzt auch keine tierischen Produkte ein. Statt Dung sowie Haar- oder Federmehlpellets setzt er auf kompostiertes Kleegras zum Düngen der Flächen.

Nach dem Tod des Vaters hatte Hausmann den Bauernhof 2012 übernommen. Damals hatte er gerade sein Hochschulstudium "Ökolandbau und Vermarktung" in Eberswalde begonnen. Daher verkaufte er die hofeigenen Kühe. Im Jahr 2014 stellte er auf bio-vegane Landwirtschaft um. Den Hof betreibt Daniel Hausmann gemeinsam mit seiner 46-jährigen Mutter Jana Hausmann. Sie bewirtschaften knapp 19 Hektar.

"Seit 2015 bauen wir Gemüse an - alles, was hier wächst", berichtet Daniel Hausmann. Die Palette ist dabei sehr vielfältig, reicht von gängigen Sorten wie Salat, Kohl, Radieschen und Tomaten bis zu weniger Geläufigerem wie Pastinake und Topinambur. "Auch Auberginen und Melonen probieren wir gerade." Das Gemüse wächst auf einer Fläche von einem halben Hektar sowie im Folientunnel. Dazu kommen zwölf Hektar mit Getreide. Auf weiteren Flächen wachsen zwölf Sorten Kartoffeln, Kleegras, Obstbäume.

Auch wenn die Arbeit auf dem Hof all seine Zeit in Anspruch nimmt, hat Hausmann viel Spaß daran. "Mein Ziel ist nicht, großartig zu wachsen, sondern den Betrieb zu führen und zu zeigen, dass es eine Alternative zur herkömmlichen Landwirtschaft gibt", so der Veganer.

Wie er auf dem Hof arbeitet, konnte er vor wenigen Tagen auch einem breiteren Publikum zeigen. Zum ersten Hoffest kamen viele - jüngere wie ältere - Besucher aus der Region. An Führungen über den Hof hätten teils bis zu 50 Personen teilgenommen. "Alle waren sehr interessiert und haben zum Beispiel gefragt, wie ich die Fruchtfolge regele", so Hausmann. Zu den Besuchern zählte auch Thomas Hentschel aus Nauenhain: "Unsere Tochter ist Veganerin, da freuen wir uns, dass das Angebot größer wird. Es ist eine Bereicherung für die Region." (mit hö)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...