Vision: Geringswalder Vereine unter einem Dach vereint

Die Kegler verloren ihre Spielstätte, die Fußballer beklagen den schlechten Zustand ihres Heims. Andere Gemeinschaften hatten noch nie ein Dach über dem Kopf. Das soll sich ändern.

Geringswalde.

Geht es nach Andreas Wagner, soll das Projekt zügig umgesetzt werden. Das nennt sich "Vereinszentrum am Waldsportplatz". Und ist bislang nur eine Vision einiger weniger Geringswalder mit Frontmann Wagner, der ein erstes Treffen Interessierter im Rathaus auch moderierte. Der Geringswalder Versicherungsdienstleister, zugleich Chef des Sportvereins Union Milkau, hatte neben Vereinsvertretern und Stadtverwaltung zugleich Verstärkung von Landratsamt und Landessportbund mitgebracht.

Geplant ist ein Gebäudekomplex am Geringswalder Waldsportplatz, der etwa Fußballern, Keglern, Schützen und anderen Vereinen als Sportstätte und Stützpunkt für Treffen oder Weiterbildung dient. Das Ganze müsste sparsam und effektiv ausfallen", so Wagner. Erste vorsichtige Kalkulationen belaufen sich auf etwas über eine Million Euro. "Dafür brauchen wir einen langen Atem und sollten bei der Konzeption in einem Zeitraum von wenigstens 15 Jahren denken."

Als erster Schritt ist die Gründung eines Fördervereins geplant. "Um das Projekt zu stemmen, brauchen wir die gesamte Stadt", machte Wagner klar. Es ginge um Eigenleistungen, Spenden, das Potenzial heimischen Handwerks und der Industrie. Um die Geringswalder zu erreichen, ist eine Einwohnerversammlung im Oktober angedacht. Zudem wollen die Initiatoren Thomas Schmidt (CDU) als Minister für Regionalentwicklung mit ins Boot holen.

Markus Unverricht als Referatsleiter Straßenverkehr und Sport beim Landratsamt sah Möglichkeiten, das Projekt mit 20 Prozent der entstehenden Kosten zu fördern. Garantieren könne man das allerdings nicht. "Eine solche Großbaumaßnahme bindet natürlich enorme Mittel", hielt der Behördenmitarbeiter fest. Gleichwohl empfahl Unverricht, bis 30. September eine sogenannte Bedarfsanzeige zu stellen.

Stefan Bär vom sächsischen Landessportbund (LSB) sieht praktikable Ansätze für, wie er sagte, ein Zentrum in so malerischer und mit Wald umgebener Lage. "Ich halte es für vernünftig, verschiedene kleinere Baumaßnahmen in einzelne Bauabschnitte aufzuteilen." So könne man etwa auf sogenannte kleine Förderprogramme mit einer Deckelung bis 200.000 Euro zugreifen. Sport habe hohe Priorität. "Wir müssen die Jugendlichen hinter ihren Notebooks und Handys hervorholen."

Das sieht Hans Marschner als Chef des Geringswalder Leichtathletik- und Wandersportvereins (LWV) genauso. Sport und die Notwendigkeit eines Fördervereins hätten im ländlichen Raum größte Bedeutung. 2018 habe die Sektion Kegeln ihre Sportstätte verloren. Die Auswirkungen seien verheerend. Von etwa 100 seien gerade mal noch 30 Kegler aktiv. "Ich bin im Sport alt geworden. Und ich möchte gern noch erleben, dass in Geringswalde ein solches Projekt angefasst und umgesetzt wird."

Birgit Lietz, Chefin des Geringswalder Heimat- und Kulturvereins, wie auch Ralf Sternberg vom Faschingsclub Geringswalde hatten gehofft, in Räumen des künftigen Sportzentrums mit ihren Vereinen unterzukommen. "An diesem Vorhaben sollte festgehalten werden", sagte Moderator Wagner. Diese Aspekte wolle man in der regionalen Standortentwicklung auf ministerialer Ebene besprechen. Und er setzte nach: "Mit Blick auf den künftigen Vorstand des Fördervereins kann es nur von Vorteil sein, wenn darin auch Vertreter von Kultur sitzen."

In die Hände spielen könnte den Initiatoren ein Arbeitspapier unter dem Begriff Sportstättenleitplan. Der war im November 2019 in Auftrag gegeben worden. Dessen Fertigstellung erwartet Bürgermeister Thomas Arnold (parteilos) für etwa Mitte bis Ende September. Denn fehlt diese Analyse, fließen keine Fördermittel.

Die Gründung des "Fördervereins Sport" findet am 3. September, 19 Uhr, in der Gaststätte "Karpfenschänke" Geringswalde, Dresdener Straße 180, statt.

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