Wahrzeichen kämpft gegen Feuchtigkeit

Nach einer umfangreichen Sanierung schien das Mauerwerk des König-Friedrich-August-Turmes in Geringswalde dicht zu sein. Ein Trugschluss.

Geringswalde.

Nachdem bereits Mitte Oktober Wasser in den König-Friedrich-August-Turm an der Geringswalder Heeresstraße eingedrungen war, hatte der mit der Bedeckung beauftragte Handwerksbetrieb nachbessern müssen. Nun sind Spezialisten dabei, die Ursachen für die Feuchtigkeit im Gemäuer des über hundert Jahre alten Wahrzeichens herauszufinden. Denn die breitet sich nach wie vor aus.

Dabei zeigten sich, wie Bauamtsleiter Thomas Riedel in der jüngsten Sitzung des Geringswalder Stadtrates erklärte, zwei unterschiedliche Schadensbilder. "Einerseits hatte sich Wasser durch Schlagregen an einigen Fenstern seinen Weg nach innen gebahnt. Die Fenster sind zwar neu, aber nach Prämissen des Denkmalschutzes angefertigt worden. Die betroffenen Fenster wurden jetzt nachträglich mit Dichtungen versehen." Zudem sei eine Spezialfirma beauftragt worden, sämtliche Fugen und Ritzen an der sogenannten Laterne abzudichten. Als Laterne bezeichnen Architekten den obersten Turmaufsatz. Zum anderen sei das Lüftungssystem nun wieder auf die Einstellung zurückgesetzt worden, die bei Inbetriebnahme exakt justiert worden war. Die Lüftung sei jedoch verstellt gewesen und habe dadurch auch bei zu hohem Feuchtigkeitsgehalt Luft von außen angesaugt.

Die Feuchtigkeit im Aussichtsturm bereitet der Stadtverwaltung Sorgen. "Wir müssen schauen, ob und wie sich die teils unerklärlichen Schadensbilder verändern", so Riedel. Ob das Bauwerk jemals richtig dicht war, kann der Bauamtsleiter etwa mit Blick auf die verbauten Natursteine nur mutmaßen.

Nach fast zweijähriger Bauzeit hatten die Geringswalder ihren Turm erst Mitte September wieder in Besitz genommen. Die Kommune steckte etwa 110.000 Euro in die umfassende Sanierung. Von der Europäischen Union kamen Fördermittel in Höhe von 200.000 Euro. In der Saison, die etwa von April bis Oktober dauert, kann die Aussichtsplattform in rund 29 Metern Höhe bestiegen werden.

Der Geringswalder Funkclub als Pächter signalisiert mittels Flagge, wenn der Turm besetzt ist. Unterstützt werden die Funker von der "Interessengemeinschaft Aussichtsturm", der etwa acht Geringswalder angehören. Wie David Rausch als eines der Mitglieder ankündigte, sollen mit Saisonbeginn im Frühjahr künstlerisch gestaltete Schieferplatten verkauft werden, um einen Teil der Betriebskosten einzuspielen.

30 Tage für 20,99€ 0€ testen
Testen Sie die digitale Freie Presse unverbindlich.
Erhalten Sie Zugriff auf alle Inhalte auf freiepresse.de
(inkl. FP+ und E-Paper). (endet automatisch)
 
30 Tage für 20,99€ 0€ testen
Zugriff auf alle Inhalte auf freiepresse.de und E-Paper. (endet automatisch)
Jetzt 0€ statt 20,99 €
00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.