Warum eine Info-Säule wandern muss

Acht Monate stand die Stele neben dem Marktbrunnen am Rochlitzer Rathaus. Sie informiert über kostenfreies Surfen im Internet. Doch dort durfte sie nicht bleiben.

Rochlitz.

Das Angebot an sich ist eine feine Sache: Wer möchte, kann am Rochlitzer Markt kostenfrei im Internet surfen. Ein W-lan-Hotspot, der am Rathausbalkon installiert ist, macht es möglich. Und damit Passanten davon erfahren, ließ Oberbürgermeister Frank Dehne (parteilos) neben dem Marktbrunnen, unweit vom Rathauseingang, eine Infotafel aufstellen. Doch sein Alleingang blieb nicht ohne Folgen. Die Stele musste dort weg. Sie soll nun am Bezahlparkplatz gegenüber, neben dem Parkscheinautomaten, wieder aufgestellt werden. Bauhofmitarbeiter haben am gestrigen Mittwoch bereits den neuen Standort vorbereitet.

Die Begründung für den unfreiwilligen Ortswechsel liefert die untere Denkmalschutzbehörde Mittelsachsen. Denn nachdem es bereits kritische Stimmen im Stadtrat zum vom OB gewählten Standort gab, wies das Landratsamt nun an: "Der Aufstellungsort ist so zu wählen, dass traditionelle Sichtbeziehungen unberührt bleiben." Dieser Standort müsse im Einvernehmen der Beteiligten - Stadt Rochlitz und Denkmalbehörde - gefunden werden.

Im Rochlitzer Stadtrat brodelt das Thema seit Monaten. CDU-Stadtrat Manfred Kober störte, dass Gäste, die das Rathaus fotografieren wollen, stets auch die Stele auf dem Foto haben. Auch Bürger, von denen er angesprochen worden sei, hätten den Standort neben dem Brunnen als störend empfunden. Auch die FDP war vom Platz am Rathaus nicht begeistert. Denn auch, wenn man nur den Brunnen fotografiert, sei stets die Stele mit im Bild, hatte FDP-Stadtrat Sven Krause bemängelt. Und CDU-Fraktionschef Martin Grzelkowski kritisierte generell, dass der Stadtrat damals nicht gefragt worden war.

Wie Cornelia Quaas, die Amtsleiterin für Stadtentwicklung und Bauen, bestätigt, habe die Stadtverwaltung nach dem Aufschrei im Stadtrat in Sachen Standortsuche die nötigen Schritte eingeleitet und beim Denkmalschutz eine Genehmigung beantragt. "Wir haben im Planungs- und Bauausschuss diskutiert. Es gab mehrere Ortsbegehungen, bei denen Standorte mit einem 1:1-Modell der Infotafel geprüft wurden", erklärt sie. Jeder Standort, außer der neben dem Marktbrunnen, sei nach Auffassung des Landratsamtes besser geeignet. Denn der Brunnen und auch dessen Umfeld stünden unter Denkmalschutz.

Laut Cornelia Quaas sei daraufhin im Stadtrat über Alternativstandorte informiert worden. "Diese wurden auch mitgetragen. Es gab keine gegenteiligen Meinungen." Die Verwaltung habe daraufhin entschieden, die Infotafel in Richtung Bezahlparkplatz zu versetzen.

Dem Oberbürgermeister gefällt der neue Standort nicht, wie er offen zugibt. "Denn die Tafel fällt dort niemandem auf." Seine Wahl fand er besser. "Doch die hatte leider etwas Konfliktpotenziel", bedauert Frank Dehne. Cornelia Quaas sieht das anders: "Dort stehen der Parkautomat und die Info-Stele für unser Schloss. Wer hier ankommt, wird auch gleich über das W-lan-Angebot informiert."

Auch CDU-Stradtrat Martin Grzelkowski begrüßt den neuen Standort: "Es wurde alles im Stadtrat besprochen, wir sind zufrieden."

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