Wasser: Großprojekt hat Vorteil für Verband

Verbrauch vor Ort ist seit der Wende um fast die Hälfte zurückgegangen

Erlau/Hainichen.

Bei einem Großprojekt der Mittelsächsischen Bürgerenergiegenossenschaft (MSE), die sich derzeit in der Gründungsprüfung befindet, sollen in ein paar Jahren einmal etwa zwölf Millionen Kubikmeter Wasserstoff pro Jahr produziert werden. Dieser soll unter anderem als Treibstoff für Omnibusse und Landmaschinen dienen. Erfolgen soll die Wasserstoffherstellung in einer neuen Elektrolyseanlage, die am Standort des Milchviehstalls der Agraset-Agrargenossenschaft Naundorf in Frankenau errichtet und durch sieben geplante Windräder mit Strom versorgt wird.

Das Wasser zur Wasserstoffherstellung käme vom Zweckverband Kommunale Wasserversorgung/Abwasserentsorgung "Mittleres Erzgebirgsvorland" (ZWA) mit Sitz in Hainichen. Auch würden Abwässer aus dem Milchviehstall genutzt.

Benötigt werden etwa 10.000 Kubikmeter pro Jahr. Für den ZWA hätte die Wasserbereitsstellung einen wirtschaftlichen Vorteil. Derzeit würden Ressourcen nicht genutzt, teilt der Technische Geschäftsleiter, Ulrich Pötzsch mit. Der Wasserverbrauch im Gebiet der Ortslage Frankenau sowie in Erlau sei gegenüber 1989 um rund 45 Prozent zurückgegangen. Die Gründe: Es erfolgt weniger gärtnerische Produktion, die Bevölkerungszahl ist zurückgegangen, Produktionsbetriebe wie das Presswerk in Frankenau und der Großdrehmaschinenbau "8. Mai" in Erlau gibt es nicht mehr, weniger Nutztiere werden gehalten, und Wasserverlust wurde reduziert. In der Prognose der damaligen Planungsgemeinschaft Erlbachtal, bestehend aus den früheren selbstständigen Gemeinden Seelitz, Steudten, Topfseifersdorf, Erlau und Frankenau, habe man einen wesentlich höheren Bedarf geplant.

Der Verkauf von Wasser bringt dem Verband einen finanziellen Mehrerlös - wie hoch dieser ausfallen könnte, dazu machte Pötzsch auf Nachfrage der "Freien Presse" noch keine Angaben. Der Verband schließt eine Beeinträchtigung von Grundwasser, Tiefbrunnen und Trinkwasserversorgung aus. "Es wird an anderer Stelle nicht zu Engpässen kommen", so Pötzsch.

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