Wilde Müllkippen in Penig: Stadt kündigt Konsequenzen an

Bauschutt oder ausgediente Autoreifen im Wald - immer wieder sorgen Umweltsünder für Kosten. Aus der Kasse des Landkreises fließt pro Jahr ein fünfstelliger Betrag in die Beseitigung. Die Muldestadt will jetzt verstärkt kontrollieren.

Penig.

Wenn Peter Richter durch Penig geht, dann ist er verärgert, wenn er sieht, was von einigen Bürgern achtlos in die Landschaft geworfen wird. Wilde Müllkippen gibt es an etlichen Stellen. Eine hat er dieser Tage am Ziegeleiweg entdeckt. "Dort liegt abgekippter Bauschutt mitten in der Landschaft", sagte er am Lesertelefon der "Freien Presse".

Diese Art der Müllentsorgung ist kein Einzelfall. In einem Waldstück in Nähe des Gewerbegebietes Wernsdorf hat sich jemand mehrerer alter Autoreifen entledigt. Und in der Peniger Stadtverwaltung sorgt noch etwas anderes für Unmut. "Entlang der Gartenanlage ,Frohsinn' werden auf städtischen Grundstücken Gartenabfälle entsorgt. Das ist für uns ein großes Ärgernis", kritisiert Stadtsprecherin Manuela Tschök-Engelhardt. Vor allem die sogenannte "Hillmanns Hohle" sei davon betroffen. Wer Abfälle illegal entsorge, mache sich strafbar. "Die städtische Vollzugsbedienstete ist unterwegs, um gegen diese Praxis vorzugehen", hat sie jetzt angekündigt. Es gebe einen Wertstoffhof im Gewerbegebiet Wernsdorf, in dem auch Gartenabfälle entsorgt werden können.


Wilde Müllablagerungen im Landkreis bereiten auch dem Landratsamt Probleme, wenngleich die Anzahl der gemeldeten Umweltsünden in den zurückliegenden Jahren etwa konstant geblieben ist. Wie Landratsamts-Pressereferentin Cornelia Kluge auf Nachfrage mitteilt, werden im Schnitt etwa 220 Anzeigen pro Jahr bearbeitet. Wenn der Verursacher ermittelt werden kann, leite die Behörde Ordnungswidrigkeitsverfahren ein oder sie erlasse Anordnungen, damit der Müll weggeräumt werde.

Gingen im Jahr 2017 in der Landkreisbehörde 227 Anzeigen zu wilden Abfallablagerungen ein, so stieg die Anzahl im vergangenen Jahr leicht auf 230 Anzeigen an. 34.555 Euro musste der Landkreis im Jahr 2017 ausgeben, um wilde Müllkippen zu beseitigen, im vorigen Jahr waren es 20.663 Euro. Oftmals seien es schwer einsehbare Stellen, an denen illegal Müll abgelagert wird.


Wertstoffhöfe im Landkreis

Im Landkreis gibt es zehn Wertstoffhöfe. Dort können Haushaltsabfälle und Wertstoffe abgegeben werden.

Die Wertstoffhöfe befinden sich in Mittweida, Flöha, Freiberg, Rochlitz, Leisnig, im Brand-Erbisdorfer Ortsteil Langenau, im Frauensteiner Ortsteil Burkersdorf, im Peniger Ortsteil Wernsdorf, im Roßweiner Ortsteil Hohenlauft und in Waldheim.

Ein Großteil kann kostenfrei entsorgt werden. Gegen Gebühr werden beispielsweise Grün- und Gartenabfälle angenommen. (ule)

www.ekm-mittelsachsen.de/

abfallentsorgung/wertstoffhoefe

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