2020 bisher keine Sprengung von Geldautomaten registriert

Corona-Pause für Panzerknacker? In diesem Jahr herrscht bei der Sprengung von Geldautomaten bislang Ruhe. Das gilt auch für eine andere kriminelle Methode.

Dresden (dpa/sn) - Geldautomaten sind in diesem Jahr bislang kaum ins Visier Krimineller in Sachsen geraten. So wurde in den ersten Monaten 2020 kein einziger Fall bekannt, bei dem einer gesprengt wurde, wie das Landeskriminalamt (LKA) mitteilte. 2019 hatte man 98 Angriffe auf Geldautomaten registriert, in 14 Fällen sprengten die Täter die Automaten (Vorjahr: 17). «Die Fallzahlen bewegen sich damit im Freistaat Sachsen im Bundesvergleich eher auf niedrigem Niveau», erklärte Behördensprecher Tom Bernhardt.

In den meisten Fällen (53) ging es 2019 um das sogenannte Cash Trapping. Dabei bringen die Täter Metallschienen - beispielsweise Teppichleisten - mit doppelseitigem Klebeband am Geldausgabeschacht an. Das Geld wird am Automaten zwar ausgezahlt, kann aber durch den Nutzer nicht entnommen werden. Denn die Geldscheine bleiben am Klebeband haften, der Automat kann sie nicht mehr einziehen. Später kommen die Täter zurück und lösen die Schiene mit dem Bargeld. Auch hier gibt es 2020 noch keinen entsprechenden Fall.

Neben Geldautomaten stehen auch andere Automaten im Fokus von Dieben. Laut LKA werden am häufigsten Zigarettenautomaten angegriffen. 2018 waren das bei 230 Automaten-Aufbrüchen insgesamt 152 Fälle. Einen Höhepunkt stellte das Jahr 2016 mit 288 Aufbrüchen insgesamt und 238 bei Zigarettenautomaten dar. Fahrkartenautomaten wurden 2018 in 47 Fällen aufgebrochen. Insgesamt konnten 33 Tatverdächtige ermittelt werden, 23 hatten sich an Zigarettenautomaten zu schaffen gemacht, 6 an Automaten für Fahrkarten und 4 an Geldautomaten.

«Was den Schaden betrifft, kann man grundlegend sagen, dass die Beute meist in keiner Relation zum entstandenen Schaden am angegriffenen Automaten steht. Ausnahme bilden hier wahrscheinlich nur die Geldautomaten, wenn der Zugriff auf die Geldkassette erfolgreich war», hieß es. Gerade bei aufgesprengten Fahrkartenautomaten seien die Sachschäden meist hoch. Die Täter verwendeten fast ausschließlich illegale Pyrotechnik oder selbstgebastelte «Rohrbomben». Die Einleitung von Gas erfolge häufig nur bei Geldautomaten.

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