4,8 Millionen Euro für lebendige Dörfer

Die ländlichen Regionen zu stärken, ist das Ziel vieler Projekte in Sachsen. Einige davon wurden am Montag ausgezeichnet. Und das soll erst der Anfang sein.

Glauchau.

Die Macher hinter insgesamt 58 Projekten haben sich am Montag in der Glauchauer Sachsenlandhalle freuen können. In zwei Kategorien kürte das sächsische Landwirtschaftsministerium die Gewinner des Wettbewerbs "Simul +". Dabei ging es um Ideen, die dem ländlichen Raum im Freistaat zugutekommen sollen. Eingereicht wurden diese sowohl von Privatpersonen als auch von Vereinen und Gemeinden. Für die Sieger gab es Preisgelder zwischen 5000 Euro und 450.000 Euro. Insgesamt wurden bei der Veranstaltung 4,85 Millionen Euro verteilt. Eingereicht wurden über 300 Beiträge.

Aufgeteilt war der Wettbewerb in zwei Module - "Land.Kommune" und "Projekt" hießen diese. Bei ersterem wurden Konzepte von Gemeinden und landesweit tätigen Vereinen berücksichtigt. Im Modul "Projekt" hingegen konnten Einzelpersonen sowie lokale Vereine und Initiativen ihre Ideen einreichen.

Dort belegte die Dorfgemeinschaft Waldkirchen aus dem Vogtland mit ihrem Projekt "Vereinsleben 2.0" den dritten Platz. Die Gemeinschaft will gegen das Vereinssterben vorgehen, indem sie eine Onlineplattform entwickelt, auf der das Vereinsleben organisiert werden kann. Einen zweiten dritten Platz erreichte ein Gründernetzwerk aus Löbau für die Idee, Großstädter mit Exkursionstagen in den ländlichen Raum zu holen. 10.000 Euro Preisgeld gab es für beide Ideen.

Platz zwei ging an den Kulturbahnhof aus Regis-Breitlingen im Landkreis Leipzig. Anwohner sollen sich dort mit Künstlern und Kulturschaffenden austauschen und so gemeinsam Kunst und Kultur in die Kleinstadt bringen. Konkret soll es im Juni ein Fest zum 80-jährigen Bestehen der örtlichen Kleingartenanlage geben. Außerdem soll eine Publikation entstehen, die zeigen soll, wie sich der Ort über einen Zeitraum von mehreren Wochen verändert. Für diese Idee wurde der Verein mit 15.000 Euro belohnt.

Den ersten Platz erlangte die Initiative "Sohland lebt". In dem Dorf in der Oberlausitz soll ein Café als zentraler Treffpunkt für die Bürger entstehen. Genutzt werden soll dafür ein leerstehendes Gebäude in der Ortsmitte, in dessen Nähe sich auch die Bibliothek und eine Arztpraxis befinden. In dem Café soll auch Raum für Kunstprojekte, sowie für Angebote von lokalen und regionalen Produkten entstehen. Das Landwirtschaftsministerium belohnte diese Idee mit 20.000 Euro.

In dem Wettbewerb für Kommunen und überregionale Vereine wurden keine Plätze festgelegt, stattdessen standen insgesamt 4,6 Millionen Euro für diesen Teil zur Verfügung, die auf verschiedene Projekte verteilt wurden. So gingen etwa 450.000 Euro nach Seiffen, wo ein Innovations- und Kreativzentrum entstehen soll, welches Absolventen den Weg in die Selbstständigkeit erleichtern soll.

Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt (CDU) kündigte an, dass der Wettbewerb auch 2020 wieder stattfinden soll. Noch in diesem Jahr soll es einen entsprechenden Aufruf geben. Jurymitglied Claudia Muntschik vom sächsischen Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft ermutigte die Teilnehmer, die diesmal kein Geld bekommen haben, sich auch dann wieder zu bewerben.

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