Aktionstag im Klimacamp gegen Braunkohle: 1000 Teilnehmer

Pödelwitz (dpa/sn) - Ein Aktionstag soll Höhepunkt des Klimacamps gegen Braunkohle in Pödelwitz bei Leipzig werden. Geplant sind am Samstag Fahrradtouren im Umkreis des vom Abriss bedrohten Dorfes sowie in der Stadt Leipzig, wie die Veranstalter am Freitag mitteilten. Unter dem Slogan «Kohle erSetzen!» haben Aktivisten Blockaden am Tagebau «Vereinigtes Schleenhain» angekündigt.

Das 700 Jahre alte Dorf Pödelwitz soll diesem Tagebau weichen und von der Landkarte verschwinden. Dagegen regt sich seit langem Protest. Die jetzigen Aktionen drehen sich aber nicht nur um Pödelwitz. Vielmehr wird der gesamte Kohleabbau in Deutschland in Frage gestellt. «Klar ist, dass wir die Klimaziele nur erreichen können, wenn Kohle, Öl und Gas im Boden bleiben», sagte Florian Teller vom Organisationsteam des Klimacamps.

Das Kohleunternehmen Mibrag will weitere Flächen für den Tagebau ««Vereinigtes Schleenhain» erschließen, um Braunkohle für das Kraftwerk Lippendorf zu fördern. Bis zum Jahre 2040 soll er Rohstoff für die Verstromung liefern. Pödelwitz könnte das gleiche Schicksal treffen, wie das benachbarte Heuersdorf und zahlreiche weitere Orte. Die Mibrag hat bereits Grundstücke in Pödelwitz gekauft.

Teller zog eine positive Bilanz des Camps, das seit vergangenem Samstag gegen den Abriss von Pödelwitz demonstriert und am Sonntag zu Ende geht. Es seien insgesamt 1000 Teilnehmer gekommen. Zu Gast war die Sommerschule des Projektes «Degrowth» (Deutsch: Postwachstum), in der sich die Teilnehmer mit Visionen und Utopien für eine soziale, ökologische und demokratische Gesellschaft befassten. Das Projekt sei gut angenommen worden, so Teller.

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1Kommentare
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    1
    bürgerenergie
    05.08.2018

    Im Unterschied zu Heuersdorf war Pödelwitz jedoch im "Heuersdorf-Gesetz" ausdrücklich als zu erhalten vorgesehen.
    Dass die MIBRAG hier jetzt dennoch zuschlägt, liegt allein daran, dass sie damit technologisch besser arbeiten kann (u.a. weniger Staubschutz möglich etc.).

    Was hat das jetzt auch mit Chemnitz zu tun?

    Es ist (wegen der Quecksilberwerte) anzunehmen, dass Kohle aus dem Tagebau Schleenhain (unter Gefährdung von Pödelwitz) auch im Chemnitzer HKW Nord verbrannt wird. Diese ist noch dazu weit quecksilberhaltiger als jene aus dem Tagebau Profen (Sachsen-Anhalt), die eigentlich eingesetzt werden sollte. So ist die MIBRAG auch noch für die verstärkte Quecksilberberieselung der Großstadt Chemnitz mitverantwortlich?

    Aus für die klima- und gesundheitsschädliche Braunkohle, stufenweise, sozial abgefedert aber konsequent!



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