Anschlag auf BGH-Gebäude: Ermittlungen dauern an

In der Silvesternacht attackieren Unbekannte ein Justizgebäude in Leipzig. Beinahe ein Jahr später dauern die Ermittlungen noch an. Festgenommen wurde bisher niemand.

Leipzig (dpa) - Nach dem Anschlag auf ein Gebäude des Bundesgerichtshofs (BGH) in Leipzig in der vergangenen Silvesternacht beziffert die Bundesanwaltschaft den Schaden auf 120 000 Euro. Die Ermittler gingen von einem linksextremistischen Hintergrund aus, sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur. Festnahmen habe es bislang keine gegeben. Zum Stand der Ermittlungen wollte der Sprecher keine Angaben machen, sie dauerten noch an.

Wenige Tage nach der Attacke war ein Bekennerschreiben aufgetaucht. In dem Text, der auf der linken Onlineplattform «Indymedia» veröffentlicht wurde, reklamierten «Autonome Gruppen» am Donnerstagabend die Attacke für sich.

In der Silvesternacht hatten Unbekannte an mehreren Stellen Feuer gelegt. Vor der schweren Eingangstür der BGH-Außenstelle wurden mit Benzin übergossene Reifen angezündet. Auf der Rückseite des Hauses wurde eine hölzerne Notausgangstür angebrannt. Es blieb bei äußeren Schäden. Zuvor hatten die Täter die Videoüberwachung ausgeschaltet, indem sie die Kameras mit Farbe schwarz übersprühten.

In Leipzig wurden bereits vor dem Anschlag wiederholt Justizgebäude attackiert, unter anderem das Haus des Jugendrechts, das Amtsgericht oder das Bundesverwaltungsgerichts. Die Täter wurden meist im linksextremen Spektrum vermutet, aber längst nicht immer ermittelt.

1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 6
    1
    Hinterfragt
    02.12.2019

    "...Zuvor hatten die Täter die Videoüberwachung ausgeschaltet, indem sie die Kameras mit Farbe schwarz übersprühten...."
    Nun da hat man wohl vorm Monitor geschlafen oder gibt's da etwa keinen Wachschutz?



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