Baggerbesetzung: Haftbefehle gegen zwei Personen beantragt

Leipzig (dpa/sn) - Nach der Besetzung eines Baggers im Braunkohletagebau Vereinigtes Schleenhain hat die Staatsanwaltschaft Leipzig Haftbefehl gegen zwei Personen beim zuständigen Amtsgericht beantragt. Wie die Strafverfolgungsbehörde am Mittwoch mitteilte, wird den beiden Hausfriedensbruch vorgeworfen. Laut Staatsanwaltschaft sollte noch im Laufe des Tages entschieden werden, ob die zwei Personen in Untersuchungshaft kommen.

Die Tatverdächtigen gehören zu einer Gruppe von insgesamt zehn Personen, die am Dienstag von der Polizei vorläufig festgenommen worden waren. Acht der Kohlegegner sind laut Staatsanwaltschaft nach der Feststellung ihrer Identitäten und zum Teil wegen ihres jugendlichen Alters wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

Am Dienstagmorgen hatten mehrere Personen im Tagebau Vereinigtes Schleenhain nahe Leipzig einen Bagger besetzt. Damit protestierten sie für einen sofortigen Kohleausstieg und eine damit verbundene Energiewende. Außerdem fordern sie den Erhalt des nahe gelegenen, 700 Jahre alte Dorfes Pödelwitz im Landkreis Leipzig, das für den Kohleabbau abgerissen werden soll. Dort findet derzeit ein Klimacamp von Kritikern des Braunkohleabbaus statt. Mehr als 100 Workshops waren geplant.

Eine Regierungskommission hat einen kompletten Ausstieg Deutschlands aus der klimaschädlichen Kohleverstromung bis 2038 vorgeschlagen. Im Osten sind davon das Mitteldeutsche Revier, zu dem Schleenhain gehört, und die Lausitz betroffen. Es gibt immer wieder auch Forderungen nach einem früheren Ausstieg sowie nach dem Erhalt der noch von Tagebauen bedrohten Dörfer.

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