Bartsch verlangt strategische Neuausrichtung der Linken

Berlin (dpa) - Linksfraktionschef Dietmar Bartsch hat eine politische Neuausrichtung seiner Partei gefordert. Im ARD-«Morgenmagazin» bezeichnete er die massiven Verluste seiner Partei bei den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg am Dienstag als «katastrophale Niederlage». Daraus müsse man Konsequenzen ziehen. Ein «Weiter so» sei kein Angebot, es gehe um grundsätzliche strategische Fragen. Mit gerade einmal 10,4 Prozent in Sachsen und 10,7 Prozent in Brandenburg haben die Linken bei Landtagswahlen im Osten so schwach abgeschnitten wie seit 1990 nicht mehr.

«Offensichtlich ist es so, dass Menschen uns als zu etabliert sehen», sagte Bartsch. Das habe auch damit zu tun, dass die Linke in drei Ländern und einer Reihe von Kommunen Regierungsverantwortung trage. «Wir müssen deutlicher machen, dass wir Opposition zu den gesellschaftlichen Verhältnissen sind.» Die soziale Frage sei die Kernfrage. «Wir müssen sie mit der ökologischen ganz anders verbinden.»

Bartsch betonte, dass der Konflikt über die Flüchtlingspolitik der Partei geschadet habe. «Die Frage hat eine zentrale Rolle gespielt. Unsere Kommunikation war nicht immer schlau.» Die Auseinandersetzung sei «als Folie für innerparteiliche Auseinandersetzungen» missbraucht worden. Dass Fraktionschefin Sahra Wagenknecht erkrankt sei, habe «natürlich mit den Auseinandersetzungen zu tun». Er werbe seit Monaten darum, dass dies beendet werden müsse. Wagenknecht will sich aus der Fraktionsspitze zurückziehen und nur noch bis zur Neubesetzung ihrer Funktion im Amt bleiben.

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7Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

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    Malleo
    05.09.2019

    Tip
    "Vorwärts immer, rückwärts nimmer"(EH)

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    1
    osgar
    04.09.2019

    @Lesemuffel „...an die Zukunft Denkende wenden sich der AFD zu ...“
    Darauf muss man erstmal kommen.

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    2
    Malleo
    04.09.2019

    ...und wen interessiert das?

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    Lesemuffel
    04.09.2019

    Musste heißen : treten ab

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    2
    Lesemuffel
    04.09.2019

    Die LINKE leitet unter dem biologischen Wandel. Alte SED-Wähler treten an. Junge Leute finden Kipping und Riexinger nicht sympathisch. Traumtänzer wählen dann GRÜNE, an die Zukunft Denkende wenden sich der AfD zu, die ihre Heimat als gleichberechtigte Nation innerhalb der Völkerfamilie erhalten wird. Dagegen wird Bartsch auch keine Strategie finden können.

  • 1
    1
    Freigeist14
    04.09.2019

    Hirtensang@ Wo haben Sie denn den "Zickenkrieg" her ? Wenn mich die Erinnerung nicht täuscht , war nur EINE intrigant und mit dem Wohlwollen der Presse von Überschätzung geblendet . Ein Abwarten bis nach der Thüringen-Wahl kann niemand tolerieren . Jetzt muss die Parteispitze das Feld räumen . Dietmar Bartsch hat sich klar geäußert .

  • 6
    0
    Hirtensang
    04.09.2019

    Die Befürchtung der Genossen, dass sich ihre Partei selbst abschafft ist berechtigt. Schon lange besteht bei einem Teil der Ostdeutschen das Gefühl, dass die Partei nicht mehr für ihre Interessen steht, sondern nur die Teilhabe an der Regierungsmacht anstrebt. Die potentiellen Wähler waren über den Zickenkrieg in der Führungsspitze, die fehlende Verurteilung der NATO-Provokationen an der russischen Grenze und einem fehlenden eigenen Konzept für die Energiewende und zur Braunkohle-Verstromung enttäuscht.



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