Besucherplus bei Festung Königstein:Schau zu dunklem Kapitel

Königstein (dpa/sn) - Die Festung Königstein in der Sächsischen Schweiz verbucht für 2018 ein Besucherplus von 4,2 Prozent. Mit 497 429 Gästen kamen 20 948 mehr als im Jahr zuvor. Der heiße August und verregnete Adventswochenenden hätten das erhoffte Erreichen der 500 000er Marke verhindert, bedauerte Geschäftsführerin Angelika Taube am Donnerstag. Die neu eingerichtete Dauerausstellung zur Geschichte der Wehranlage habe zur dennoch positiven Bilanz beigetragen. «Wir erwarten im Mai/Juni den millionsten Besucher.»

Von April bis November wird ein dunkles Kapitel daraus näher beleuchtet: der Königstein als geschlossener Jugendwerkhof, in dem 1949 bis 1955 schwer erziehbare und straffällig gewordene Jugendliche «sozialistischen Persönlichkeiten» werden sollten. «Mit Hilfe ehemaliger Mitarbeiter, Erzieher und Insassen ist ein facettenreiches und differenziertes Bild entstanden», sagte Taube.

Die Festung zählt zu den beliebtesten Ausflugszielen in Sachsen. Urkundlich tauchte der «lapide regis» 1241 erstmals auf. Die mittelalterliche böhmische Königsburg war später Kloster, Landesfestung, höfischer Festort, Kunstdepot, Gefängnis und Kriegsgefangenenlager. Der Freistaat investierte seit 1991 bisher rund 68,5 Millionen Euro in die Sanierung der Bebauung, auch für dieses Jahr stehen wieder 2,4 Millionen Euro zur Verfügung - vor allem für Instandsetzungsmaßnahmen.

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