"Blockline": Eine Mountainbike-Route für Familien durchs Osterzgebirge

Neun Gemeinden zwischen Seiffen und Altenberg soll die Fahrrad-Panoramarunde verbinden. Im Frühjahr könnte es losgehen - unter einer Bedingung.

Neuhausen.

140 Kilometer Gesamtlänge, 2500 Höhenmeter: Das Osterzgebirge bekommt eine Mountainbike-Panoramaroute. Die sogenannte Blockline verbindet Altenberg, Dorfchemnitz, Frauenstein, Hermsdorf, Mulda, Neuhausen, Rechenberg-Bienenmühle, Sayda und Seiffen. Die neun Gemeinden werden die Infrastruktur aufbauen und instand halten, um die Vermarktung kümmert sich der Tourismusverband Erzgebirge.

"Unser Ziel ist es, die Gäste ein bisschen länger hier zu halten", sagte Cheyenne Worotnik, zuständige Projektmanagerin des Tourismusverbandes, am Dienstagabend bei einer Informationsveranstaltung auf dem Schwartenberg bei Neuhausen. Während die seit Jahren etablierte und beliebte Mountainbike-Runde Stoneman Miriquidi über die höchsten Gipfel des zentralen Erzgebirges auf sehr sportliche Fahrer setzt, soll die Blockline auch Anfänger und Familien mit Kindern ab acht Jahren anlocken. Das Profil ist weniger anspruchsvoll, zudem ermöglicht die Streckenführung es auch, die Blockline in drei einzelnen Runden zu absolvieren - auf dem Mountainbike ebenso wie auf dem E-Mountainbike. Insgesamt 300.000 Euro kostet das Projekt, es wird zu 80 Prozent gefördert. Der Rest des Geldes soll aus der regionalen Tourismusbranche kommen.

Ursprünglich hieß das Projekt "8000er-Blockline" und sollte in Anlehnung an eine Wandertour über die "8000er" des Osterzgebirges führen, also über die 14 Berge über 800 Meter - gleich 8000 Dezimeter. Weil die Vermarktung so aber schwierig sei, habe man sich auf Blockline geeinigt, erläuterte Cheyenne Worotnik. Angefahren werden neben regionalen Sehenswürdigkeiten dennoch etliche Berggipfel, darunter der Kahleberg, der Geisingberg, die Steinkuppe und der Hemmschuh bei Rehefeld. "Von dort windet sich eine alte Rodelbahn ins Tal hinunter - auf dem Mountainbike ist das ein echtes Erlebnis", berichtete die junge Frau, die die Strecke testete.

Entstanden war die Idee vor fünf Jahren in Holzhau. Iris Gläser, die dort das Hotel "Talblick" betreibt, engagierte sich, damit mehr junge Leute ins Osterzgebirge kommen. Die Region werde noch zu oft als billiges Rentner-Urlaubsgebiet wahrgenommen, berichtete sie. Zugleich gelte heute zunehmend das Fahrrad als Statussymbol. "Damit wollen die Leute fahren."

Die Blockline wird ausschließlich über bestehende, leicht befahrbare Wege führen. "Von allen Privateigentümern haben wir die Genehmigung", sagte Projektchefin Worotnik. Nach ihren Aussagen liegt das Gesamtprojekt aber noch zur Genehmigung im Landratsamt des Erzgebirgskreises. Gibt die Kreisverwaltung grünes Licht, so soll die Strecke ab April zunächst als GPS-Tour vermarktet werden.

"Der nächste Schritt werden Streckenmarkierung und Beschilderung sein", kündigte Cheyenne Worotnik an. Das Blockline-Design stammt von "Sauensäger" Andreas Martin aus dem Walderlebniszentrum Blockhausen bei Mulda. Neben den Markierungsschildern mit einem grünen B auf gelbem Grund ist in jedem Ort ein Holzportal mit einem Tiermotiv geplant, das durchfahren wird und das auch als Fotopunkt für die Verbreitung über Social-Media-Kanäle dient. Ziel sei es, so die Tourismus-Managerin, etwas vom Schwibbogen-Image des Erzgebirges wegzukommen. "Das Konzept der Blockline orientiert sich an Flora und Fauna des Erzgebirges - und an seiner vielfältigen Landschaft."

Steht die Infrastruktur, dann soll es vielleicht nächstes Jahr wie beim Stoneman Miriquidi ein Starterpaket mit Kartenmaterial, Hinweisen zu Sehenswürdigkeiten und Belohnungen geben. Kalkuliert wird mit einem Familienpreis zwischen 40 und 60 Euro. Hotels und Pensionen werden als Logispartner umworben, aber auch als Standorte für E-Bike-Ladestationen oder als Anbieter für den Gepäcktransport. Ein Netzwerk wird gerade aufgebaut.

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