Brand in Grenzstadt Weipert hat Konsequenzen

Sachsen und Tschechien wollen die Zusammenarbeit der Rettungskräfte verbessern. Das Faxgerät hätte dann ausgedient. Mitttlerweile gibt es erste Erkenntnisse zur möglichen Brandursache.

Bärenstein/Vejprty.

Nach dem tragischen Brandunglück in einem Behindertenheim im böhmischen Grenzort Vejprty [FP+], deutsch Weipert, haben sich Behörden und Rettungskräfte grundsätzlich auf eine bessere grenzüberschreitende Kooperation bei Notfällen und Katastrophen verständigt. Statt der bisher vereinbarten Hilfeersuchen per veralteter Telefax-Technik sollen Rettungskräfte im jeweiligen Nachbarland künftig IT-basiert mittels eines speziellen Computerprogramms Unterstützung anfordern. "Die Tschechen haben die Software schon ausgeschrieben", sagte der erzgebirgische CDU-Bundestagsabgeordnete Alexander Krauß am Donnerstag nach einem Gespräch zwischen Vertretern beider Seiten im deutsch-tschechischen Begegnungszentrum "Gemeinsame Mitte" in Bärenstein.

Bei dem Feuer in dem Heim für behinderte Männer in Weipert waren am Sonntagmorgen acht Menschen gestorben. Obwohl Weipert und Bärenstein direkt aneinandergrenzen - der Brandort lag nur gut einen Kilometer vom Feuerwehrgerätehaus in Bärenstein entfernt -, verzichtete die tschechische Feuerwehr darauf, Hilfe aus Deutschland anzufordern. Stattdessen waren neben der Ortswehr Weipert, die zehn Minuten nach Alarmierung zur Stelle war, weitere tschechische Wehren aus bis zu 30 Kilometern Entfernung herbeigerufen worden.

Bärensteins Bürgermeister Silvio Wagner (parteilos) sagte, bei dem Treffen habe Einigkeit darüber geherrscht, dass die tschechische Feuerwehr bei dem Einsatz keine Fehler machte. Gleichwohl wolle man als Folge des Unglücks "gewisse Alarmierungswege überprüfen".

Laut CDU-Politiker Krauß soll es auch darum gehen, dass in so eng benachbarten Grenzorten wie Bärenstein und Weipert, aber auch in Olbernhau und Brandov (Brandau) künftig sogar eine automatische Alarmierung des jeweiligen Nachbarn erfolgt. So verfüge etwa die Wehr in Weipert über eine Drehleiter, die in Bärenstein nicht.

Die Kriminalpolizei in Tschechien veröffentlichte am Donnerstag erste Informationen zur Ursache des Brandes in dem Behindertenheim. Auslöser könnte demnach Umgang mit offenem Feuer, etwa beim Rauchen, in einem Kulturraum, wahrscheinlich auf einer Couch, gewesen sein. Man werde versuchen, den Schuldigen ausfindig zu machen. Ein technischer Defekt sei auszuschließen. Die Gemeinde Bärenstein unterstützt einen Spendenaufruf der Stadt Weipert für das Heim und seine Bewohner. Neben Geld werden auch Sachspenden benötigt.

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