Corona in Sachsen: Mehr als jede zehnte Schule ganz oder teilweise geschlossen

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Flächendeckende Schließungen soll es nicht geben. Ab dieser Woche müssen sich Schülerinnen und Schüler drei mal pro Woche testen.

Dresden (dpa/sn) - Gut elf Prozent der öffentlichen Schulen in Sachsen sind derzeit wegen hoher Corona-Fallzahlen vollständig oder teilweise geschlossen. Das geht aus einer Auflistung des Kultusministeriums vom Montag hervor. Demnach sind 81 Einrichtungen teilweise und weitere 79 Schulen komplett zu. Insgesamt gibt es 1400 öffentliche Schulen in Sachsen.

Die Landesregierung hatte zuletzt auf die steigenden Infektionszahlen reagiert und am Freitag eine neue Schul- und Kita-Corona-Verordnung verabschiedet. Sie sieht vor, dass Schülerinnen und Schüler bis Weihnachten dreimal pro Woche getestet werden sollen. Eine generelle Schließung der Einrichtungen soll es vorerst nicht geben.

Jedoch will das Kultusministerium das Infektionsgeschehen an jeder einzelnen Schule täglich in den Blick nehmen, um mit Maßnahmen wie temporären Schulschließungen oder der Anordnung des eingeschränkten Regelbetriebes lokale Corona-Ausbrüche unter Kontrolle zu bekommen. Zudem können Eltern entscheiden, ob sie ihre Kinder vom Präsenzunterricht abmelden. Die Schulpflicht ist ausgesetzt.

Diese Maßnahmen reichten angesichts der Corona-Fallzahlen nicht aus, kritisierte die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Uschi Kruse. Alle seien sich einig, dass man die Schulen und Kitas so lange wie möglich verlässlich geöffnet lassen solle. «Ich habe aber meine Zweifel, inwieweit man die Präsenzschule aufrechterhalten kann.» Bei dem derzeitigen Infektionsgeschehen wisse sie nicht, wie Schulschließungen vermeidbar sein sollten.

Es brauche weitere Maßnahmen, darunter CO2-Ampeln für Klassenzimmer und Luftfilter. Zudem müsse sichergestellt werden, dass es mehr Kapazitäten für den Schulverkehr gebe, damit sich Schüler nicht in Bussen ansteckten. Außerdem sei es dringend nötig, dass Abordnungen von Lehrkräften ausgesetzt würden - Lehrer also nicht an verschiedenen Schulen unterrichten und Infektionen so weitertragen könnten.

Kruse begrüßte, dass Grund- und Förderschulen seit Montag im eingeschränkten Regelbetrieb sind - Klassen und Gruppen werden dementsprechend strikt getrennt. Oftmals sei aber der Unterricht tagsüber in Klassen aber nicht gut mit der Nachmittagsbetreuung abgestimmt. Deshalb könne es dazu kommen, dass Schüler aus verschiedenen Klassen gemeinsam im Hort seien.

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