Handelsverband drängt auf rasche Öffnung von Einkaufszentren

Seit einer Woche dürfen die Sachsen wieder im Baumarkt und zumindest in kleineren Läden einkaufen. Der Handel fordert, auch größere Läden und Einkaufszentren zu öffnen.

Dresden (dpa/sn) - Der Handelsverband Sachsen hat auf eine rasche Öffnung von Einkaufszentren und größeren Geschäften gedrängt. Das sei ein notwendiger nächster Schritt, sagte Hauptgeschäftsführer René Glaser am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Es lägen für Einkaufszentren, Möbelhäuser, Elektromärkte sowie Waren- und Modehäuser entsprechende Hygieneschutzkonzepte vor. Glaser kritisierte die seiner Ansicht nach «willkürliche Grenze» von 800 Quadratmetern, bis zu der Geschäfte wieder öffnen dürfen.

Er begrüßte daher den jüngsten Vorstoß von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer zu einer Lockerung als einen «ersten Schritt». Glaser machte zugleich deutlich, dass diese Lösung dem Handel aber nicht ausreiche: «Wir fordern in einem nächsten Schritt, dass der gesamte Einzelhandel unter Auflagen wieder öffnen darf.»

Am Sonntag hatten Kretschmer und Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (beide CDU) angekündigt, die Vorgabe für große Geschäfte in beiden Bundesländern lockern zu wollen. Wer seine Verkaufsfläche mit der «Kordellösung» auf 800 Quadratmeter begrenzt, soll Anfang Mai unter den geltenden Schutzregeln öffnen können. Bei der Bund-Länder-Entscheidungsrunde am 6. Mai wollen sich beide Länder dann dafür einsetzen, dass größere Geschäfte normal öffnen können - wenn sie die geltenden Schutzstandards einhalten.

Bisher habe es gute Erfahrungen mit der Wiedereröffnung gegeben, in anderen Bundesländern auch mit der Öffnung von Teilflächen, so Glaser. Abstandsregeln und Hygienevorschriften würden eingehalten. Auch große Einkaufszentren könnten die Regeln problemlos umsetzen, so Glaser. Über die Parkplätze könnte dafür gesorgt werden, dass nicht zu viele Besucher kommen, in den Einkaufszentren könnte man eine entsprechende Wegführung durchsetzen, Durchsagen und Schilder können auf die Einhaltung der Regeln hinweisen.

Es sei existenziell wichtig», dass auch Läden mit mehr als 800 Quadratmeter Verkaufsfläche bald wieder öffnen könnten, so Glaser. «Wenn wir hier nicht schnellstmöglich handeln, dann leidet der Einzelhandel massiv darunter bis hin zur Geschäftsaufgabe.»

Seit einer Woche können die Menschen in Sachsen wieder in Geschäften mit einer Verkaufsfläche bis zu 800 Quadratmetern einkaufen. Bei Kfz-, Fahrrad- und Buchhändlern ist die Größe egal, ebenso bei Bau- und Gartenmärkten. Große Einkaufszentren sind bisher aber geschlossen. Zugleich gilt seither eine Maskenpflicht beim Einkauf sowie in Bussen und Bahnen.

Nach Einschätzung des Handelsverbandes halten sich die Kunden in Sachsen überwiegend daran, beim Einkaufen Mund und Nase mit einer Maske, einem Schal oder einem Tuch zu bedecken. Auch das Gesundheitsministerium zieht nach einer Woche eine positive Bilanz: Die Pflicht zur Mund-Nasen-Bedeckung in Geschäften und im Nahverkehr werde «selbstverständlich eingehalten», hieß es. Da Geschäfte und Verkehrsbetriebe nur Kunden zulassen dürfen, die eine solche Bedeckung tragen, sei auch das Interesse an der Einhaltung groß.

1Kommentare

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    Interessierte
    28.04.2020

    Also im Kaufhof hat man sich noch nie tot getreten .