Warnstreiks im Nahverkehr: Busse und Bahnen stehen still

Stress für Pendler: In vielen Städten Sachsens geht im öffentlichen Nahverkehr nichts mehr, die Gewerkschaft Verdi hat zum Warnstreik aufgerufen. Autofahrer werden auf eine harte Geduldsprobe gestellt. Am Mittwoch gibt es Warnstreiks im öffentlichen Dienst.

Dresden (dpa/sn) - Keine Straßenbahnen oder Busse: Ein Warnstreik hat den öffentlichen Nahverkehr am Dienstag vielerorts in Sachsen lahmgelegt. In Dresden, Leipzig, Chemnitz, Zwickau und Plauen stehe alles still, teilten mehrere Verdi-Gewerkschaftssekretäre am Dienstag mit. Die Streikbeteiligung sei sehr hoch gewesen. In der Landhauptstadt sollte der Ausstand bis 20.00 Uhr dauern, in Leipzig war er nur bis zum Mittag (12.00 Uhr) angesetzt. In Chemnitz, Zwickau und Plauen waren Arbeitsniederlegungen bis Mitternacht geplant.

«Bei den Dresdner Verkehrsbetrieben fuhren weder Bus noch Bahn. Bis zum Mittag haben sich etwa 900 Beschäftigte beteiligt», sagte Jürgen Becker, Gewerkschaftssekretär bei den Dresdner Verkehrsbetrieben. Auch in Leipzig, Chemnitz, Zwickau und Plauen rückte kein einziges Fahrzeug der bestreikten Betriebe aus.

Insbesondere auf den Straßen in den Innenstädten machte sich der Warnstreik bemerkbar. «Im morgendlichen Berufsverkehr mussten die Autofahrer viel Zeit und Geduld aufbringen. Das Verkehrsaufkommen war deutlich höher als sonst», sagte ein Sprecher des sächsischen Lagezentrums.

Hintergrund ist der Tarifstreit im öffentlichen Dienst. Die Gewerkschaft Verdi hat bundesweit zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen und will damit den Druck auf die Arbeitgeberseite erhöhen. Sie fordert für die bundesweit rund 87 000 Tarifbeschäftigten in 130 Verkehrsbetrieben unter anderem ein 13. Monatsgehalt, eine Erhöhung der Zulagen für belastende Dienste und Schichten sowie 30 Urlaubstage für alle als Standard. Insgesamt geht es um mehr Geld für die bundesweit 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten von Bund und Kommunen.

An diesem Mittwoch haben die Gewerkschaften zu Warnstreiks im öffentlichen Dienst aufgerufen. In Dresden sind unter anderem die Beschäftigten der Einrichtungen des Eigenbetriebs Kindertagesstätten aufgefordert, ihre Arbeit niederzulegen. Arbeitsniederlegungen sind aber bei der Stadtverwaltung Leipzig und am Landratsamt des Landkreises Leipzig geplant. Ebenfalls zum Warnstreik aufgerufen sind die Beschäftigten an städtischen Kliniken.

33 Kommentare
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  • 4
    2
    Zeitungss
    30.09.2020

    @420: Sie müssen nicht zum Mindestlohn arbeiten, wenn Sie es tun, selbst schuld und es gibt absolut keinen Zwang dazu.

  • 6
    2
    OlafF
    29.09.2020

    Die Kommunen wollen sparen und müssen auf Kosten der Beschäftigten ihre Defizite ausgleichen. Zeigt Solidarität und lasst euch nicht weiter aufhetzen. Die Gewerkschaft vertritt nur die Interessen ihrer Mitglieder und Streik ist ein legitimes Mittel aus dem GG Artikel 9 (3) recht auf Koalitionsfreiheit. Mindestlohn ist keine Gnade, sondern eine Notlösung. Keine weitere Umverteilung von unten nach oben. Die Beschäftigten im ÖPNV sind keine Millionäre.

  • 1
    9
    420
    29.09.2020

    Jedes Gott verdammte Jahr es nervt nur noch seid froh das ihr keinen Mindestlohn bekommt