Jagdforscher: Beim Umgang mit Wölfen vom Ausland lernen

Halberstadt (dpa) - Deutschland sollte sich beim Umgang mit dem Wolf aus Sicht von Jagdforschern stärker an anderen europäischen Ländern orientieren. Diese Länder hätten seit Jahrhunderten Erfahrungen mit den Raubtieren, sagte der Vorsitzende der Gesellschaft für Wildtier- und Jagdforschung, Michael Stubbe, vor einer Tagung europäischer Wolfs-Fachleute in Halberstadt (Sachsen-Anhalt).

Stubbe sprach sich für eine Regulierung der Wolfsbestände aus. Im Baltikum etwa gebe es Abschussquoten. «200 Wölfe dürfen geschossen werden, dann ist Schluss», sagte der Zoologe, der lange an der Universität Halle lehrte. Solche klaren Vorgaben seien die beste Möglichkeit, den Schutz der Wölfe mit der Akzeptanz in der Bevölkerung in Einklang zu bringen.

Bei dem Symposium in Halberstadt kommen bis Sonntag Wolfs-Fachleute unter anderem aus Finnland, Schweden, Kroatien und Serbien zusammen. Die Gesellschaft für Wildtier- und Jagdforschung richtet die Tagung gemeinsam mit den Landesjagdverbänden aus Sachsen-Anhalt, Sachsen und Bayern sowie der Universität Zagreb in Kroatien aus. Ziel müsse eine Verständigung zwischen Gegnern und Befürwortern der Ausbreitung des Wolfs sein, sagte Stubbe. «Jede Seite muss Zugeständnisse machen.»

In Deutschland wurden nach Angaben der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes im Beobachtungszeitraum 2017/2018 73 Wolfsrudel nachgewiesen - 13 mehr als im Vorjahreszeitraum. Hinzu kommen 30 Wolfspaare und drei sesshafte Einzeltiere. Weil Wölfe immer wieder Nutztiere angreifen, wird ihre Ausbreitung in den betroffenen Regionen häufig emotional diskutiert.

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