Jeder fünfte Fernzug in Leipzig und Dresden verspätet

Verspätungen sind für Zugreisende ein Ärgernis. Nicht immer kann die Bahn das beeinflussen, etwa wenn Stürme Bäume auf die Gleise stürzen lassen. Doch nicht immer sind äußere Umstände der Grund.

Berlin/Dresden (dpa/sn) - Die Deutsche Bahn hat in Sachsen erhebliche Probleme mit der Pünktlichkeit. Im Schnitt war 2018 und 2019 jeder fünfte Zug an den Bahnhöfen in Bad Schandau, Dresden und Leipzig mit mehr als sechs Minuten Verspätung unterwegs. Das geht aus der Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Anfrage des sächsischen FDP-Verkehrspolitikers Torsten Herbst hervor, die am Dienstag veröffentlicht wurde.

Nach Angaben der Deutschen Bahn trafen im September bundesweit 74,7 Prozent der Fernzüge pünktlich ein. Die Sturmtiefs Ignaz und Mortimer hatten für zahlreiche Streckensperrungen gesorgt.

«Die Pünktlichkeitswerte der DB-Fernzüge in Sachsen sind absolut unbefriedigend – und dabei sind die komplett ausgefallenen Züge statistisch noch nicht einmal berücksichtigt», erklärte Herbst, FDP-Obmann im Verkehrsausschuss des Bundestages: «Wenn sich dann noch Probleme mit defekten Toiletten, Türen, Klimaanlagen und im Bordrestaurant häufen, überlegen sich Fahrgäste zweimal, ob sie nicht doch ein anderes Verkehrsmittel wählen.»

Gerade bei der technischen Zuverlässigkeit der Züge und dem Personal habe es die DB selbst in der Hand, Verbesserungen zu erreichen, argumentierte Herbst. Der Bahn-Vorstand bleibe weiterhin echte Reformen schuldig: «Mehr Geld des Bundes für die Schiene muss daher zukünftig daran geknüpft sein, dass die DB bei der Pünktlichkeit klare Fortschritte macht.»

Herbst zufolge müsse der Bund als Eigentümer ihre Aufsicht über die Deutsche Bahn endlich konsequenter wahrnehmen: «Denn nur mehr Geld zur Verbesserung der Infrastruktur löst nicht alle Probleme. Vielmehr braucht es endlich mehr Anreize für Wettbewerb auf der Schiene.» Fahrgäste in Sachsen hätten heute keine andere Wahl, als im Fernverkehr mit der Deutschen Bahn zu fahren. Perspektivisch führe daher kein Weg daran vorbei, die Verwaltung des Schienennetzes vom operativen Geschäft des DB-Konzerns zu trennen. Dies schaffe mehr Transparenz und fairere Wettbewerbsbedingungen für alle Bahnunternehmen.

2Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 1
    1
    Zeitungss
    30.10.2019

    @Hinterfragt: Es wird auch nicht besser, seit 1994 wird bei der Bahn im Auftrag der Eigentümer (Bund, also wir) auf Sparflamme gekocht und heute fahren wir die Früchte ein. Als letzte Woche der Verkehrsminister den Bahnchef wieder einmal rügte, war ihm das Verursacherprinzip doch glatt entfallen. Alle Bahnchefs, von Dürr bis Lutz, haben nur das umgesetzt wozu sie vom Eigentümer den Auftrag hatten bzw. haben. Bei der Darstellung des gegenwärtigen Zustandes wird diese Ursache unterschlagen. Es wäre demnach sinnvoll, der Herr Scheuer fängt im eigenen Haus einmal an, allerdings ist er dazu der falsche Mann.

  • 2
    0
    Hinterfragt
    30.10.2019

    Und dann soll man vom Auto auf die Bahn umsteigen um an den Arbeitsplatz zu kommen...



Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
Mehr erfahren Sie hier...