Konzert #wirsindmehr: Zöllner kritisiert mangelnde Integration Ostdeutscher

Chemnitz (dpa/sn) - Der Musiker Dirk Zöllner hat bei einem Konzert in Chemnitz gegen Gewalt und Hass eine mangelnde Integration der ehemaligen DDR-Bürger kritisiert. «Die Integration der Ostdeutschen ist nicht gelungen», sagte der Sänger am Montag vor rund 2000 Menschen. Man sei mit einer gestandenen Lobby konfrontiert gewesen, in der kein Platz für die ostdeutsche Innovation gewesen sei. Viele hingen an der Zitze des Staates, seien auf Sinnsuche und Opfer eines überbordenden Kapitalismus.

Zöllner («Café Größenwahn») bezeichnete dies als Ungerechtigkeit und äußerte Verständnis für die Menschen, die dagegen protestierten. «Es ist richtig, gegen diese Ungerechtigkeit zu rebellieren. Aber es ist nicht richtig, neue Ungerechtigkeiten zu begehen und einem nationalen Egoismus aufzusitzen», sagte er. Es mache ihn irre, dass man die enttäuschten und ängstlichen Menschen so schnell in die Nazi-Ecke stelle anstatt sich ihrer anzunehmen.

Das Konzert am Karl-Marx-Monument wurde als Reaktion auf die rechtsgerichteten Demonstrationen zuletzt in der Stadt organisiert. Anlass dafür war der Tod eines 35-jährigen Deutschen durch Messerstiche. Verantwortlich dafür sollen drei Asylbewerber sein, von denen zwei in Untersuchungshaft sitzen. Nach einem vermutlichen Mittäter wird noch gefahndet.

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