Kretschmer: Stau-Chaos darf sich nicht wiederholen

Wirtschaftsministerium arbeitet an einer besseren Baustellen-Koordination

Ein Thema ist seit Wochen aus der öffentlichen Debatte in Sachsen nicht wegzudenken: der Stau auf den Autobahnen. Vor allem im Großraum Dresden kommt der Verkehr durch mehrere Baustellen oft zum Erliegen. Ein Zustand, der nicht nur die Autofahrer ärgert, sondern auch den Ministerpräsidenten. Michael Kretschmer (CDU) gelobt jetzt aber Besserung.

"So, wie wir das dieses Jahr haben - mit diesen vielen Baustellen auf der Autobahn -, dürfen wir das nicht noch einmal machen. Das ist nicht optimal", sagte Kretschmer am Mittwoch bei einem Bürgerabend in Frauenstein, zu dem ihn der Abgeordnete Steve Ittershagen (CDU) eingeladen hatte. Der Regierungschef verwies noch einmal darauf, dass die Ursachen für das Chaos bekannt seien. Die Baustellen könnten nicht im Drei-Schicht-System oder nachts betrieben werde, weil sich bei entsprechenden Ausschreibungen kein Unternehmen gefunden hätte. Ähnlich hatte auch Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) im Landtag argumentiert. "Trotzdem: Es ist eine wirklich große Belastung, und es ist auch volkswirtschaftlich ein sehr großer Schaden, was da passiert", sagte Kretschmer. "Deswegen müssen wir in Zukunft aufpassen, dass uns so etwas nicht nochmal passiert."

Wirtschaftsminister Martin Dulig betonte am Donnerstag, dass man einer Lösung arbeite: "Wir arbeiten an einer besseren Koordination derzeit mit den Kollegen auf allen Ebenen", sagte er der "Freien Presse" mit Blick auf die Baustellen. "Staus und Baustellen sind nervig und führen nachvollziehbar zu Ärger und Unmut bei Betroffenen." Doch die Erhaltungsmaßnahmen auf den Autobahnen seien unbedingt notwendig. "Wir benötigen mehr Akzeptanz und Verständnis gegenüber den durchzuführenden Maßnahmen, wir bauen nicht, um Kraftfahrer zu ärgern. Ein baustellenfreies Autobahnnetz wird es auch zukünftig nicht geben."

Unter den Staus auf der Autobahn 4, die sich aktuell vor allem ab dem Autobahndreieck Nossen in Richtung Dresden ereignen, leiden auch die Gemeinden entlang der Strecke. Der Verkehr weicht von der A 4 mitunter auf die angrenzenden Land- und Kreisstraßen aus. Die Trassen sind für den Verkehr aber vielfach nicht ausgelegt, auch hier bilden sich dann in der Folge Autoschlangen. Anwohner klagen bereits über die Zustände.

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4Kommentare
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    Zeitungss
    04.08.2018

    @698.....: Keine Bange, von denen hört KEINER zu. Güter gehören nun einmal auf die Straße, Schäden zahlt die Versicherung und Umweltschutz ist pures Geschwätz.

  • 1
    0
    Steuerzahler
    03.08.2018

    Die Worte hört‘ ich wohl, doch fehlte mir der Glaube! Es gäbe einfache, unkomplizierte Maßnahmen der Koordination, Steuerung und Regelung, die aus unbegreiflichen Gründen nicht ergriffen werden. Aber man würde wenigstens spüren, dass die Absicht besteht etwas zu ändern und nicht nur Tempo 100, was die Hauptprobleme durch den LKW-Verkehr keinesfalls lindert.

  • 0
    0
    Zeitungss
    03.08.2018

    Der mit dem Küchentisch wird's schon richten, der hat den sechsspurigem Ausbau der A4 im Auge, würde ich an seiner Stelle auch so tun, man ist schließlich Knecht in einer CDU geführten Regierung. Die Zufriedenheit der Bevölerung wurde gerade heute kundgetan, sollte es überhaupt bei der zufriedenen Bevölkerung jemand mitbekommen haben.

  • 2
    0
    698236
    03.08.2018

    Nach den regelmäßig stattfindenden LKW-Unfällen liegen doch folgende Maßnahmen nahe:
    1. Blockabfertigung der Lkw
    2. Angebote diverser Varianten auf die Bahn (Rollende Landstraße, begleitet unbegleitet.

    Wie lange soll noch gewartet werden, dass sich die Kfz-Fahrer in Lebensgefahr begeben, weil Lkw's - insbesondere aus dem Osten Europas - 12 bis 24 Stunden unterwegs sind und durch Unaufmerksamkeit und Müdigkeit Unfälle heraufbeschwören.

    Hier ist unverzüglich die Politik gefordert!



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