Landwirtschaftsverbände fordern schärferen Umgang mit Wölfen

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Dresden (dpa/sn) - Zum Schutz von Schafen, Ziegen und Pferden fordern Landwirtsschaftverbände in Sachsen ein schärferes Vorgehen gegen den Wolf. Die Raubtiere hätten sich im Freistaat inzwischen derart vermehrt, dass sie nicht mehr vom Aussterben bedroht seien, sagte Wilhelm Bernstein, Vizepräsident des Landesjagdverbandes, am Donnerstag. Darum müsse die Zahl der Wölfe begrenzt werden. «Eine Entnahme von Wölfen, nicht nur der kritischen, muss möglich sein», sagte Bernstein. Mit Entnahme ist der Abschuss von Tieren gemeint.

Bei den Weidetierhaltern seien die Ängste wegen des Wolfes groß, sagte Regina Walther vom Schaf- und Ziegenzüchterverband. Für den Naturschutz sei der Wolf ein Erfolg. «Für die Weidetierhalter ist es viel Arbeit, viel Leid.» Die Herden vor den Wölfen zu schützen, etwa mit Elektrozäunen oder Schutzhunden, sei extrem aufwendig. Der Verband lehne «die unbegrenzte Freiheit des Wolfes» ab. Eine Regulierung des Bestandes sei unbedingt nötig.

Insgesamt sechs Verbände, darunter auch der Landesbauernverband, stellen sich hinter die Forderung nach einem anderen Umgang mit dem Wolf. Der Schutzstatus der Tiere müsse verändert werden, sagte Gunther Zschommler, Vizepräsident des Bauernverbandes. Statt der höchste Kategorie der «streng geschützten Art» solle der Wolf nur noch als «geschützte Art» gelten. Zudem müssten in Sachsen Regeln für eine «konsequente und praxistaugliche Entnahme» her. Außerdem müssten den Tierhaltern die hohen Kosten für Schutzmaßnahmen erstattet werden, auch die Entschädigungen für getötete Nutztiere müssten erleichtert werden.

Die Ausbreitung der Wölfe wird in Sachsen überwacht. Gemessen wird jeweils ein biologisches Wolfsjahr, das am 1. Mai beginnt und am 30. April endet. 2019/20 gab es laut Fachstelle Wolf beim Landesumweltamt 28 Rudel und 3 Paare. Endgültige Zahlen für das Monitoringjahr 2020/21 liegen noch nicht vor. In Deutschland geht die Beratungsstelle des Bundes für den Wolf aktuell von 113 Rudeln aus.

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