Lockere Regeln für Pilzsammler im Freistaat

Anders als erwartet sind die Wälder dieser Tage voll mit Steinpilzen oder Pfifferlingen. Doch was gilt es bei der Suche eigentlich zu beachten?

Chemnitz.

Im Freistaat haben die Pilzsammler derzeit leichtes Spiel. Nicht nur, dass die Pilze dank des Regens aus dem Boden sprießen, auch strenge Regelungen wie in Österreich zum Sammelverhalten gibt es kaum. Im Nachbarland ist genau festgelegt, an welchen Tagen und zu welchen Zeiten sich die Sammler in die Spur begeben dürfen. Auch die Menge, die mitgenommen werden darf, wird festgeschrieben. In Österreich dürfen pro Person zwei Kilogramm Pilze am Tag aus den Wäldern gesammelt werden.

Im Freistaat existieren solche konkreten Regelungen nicht. Grundlegendes wird im Sächsischen Waldgesetz festgehalten. Dort ist jedoch nur festgelegt, dass einzig für den Eigenbedarf gesucht werden darf. "Das Sammeln von Pilzen im Wald ist außerhalb von Schutzgebieten erlaubt und sie dürfen in einer Menge eines Handstraußes, also in etwa ein voller Korb, aus dem Wald geerntet werden", erklärt Luise Sauer, Referentin beim Staatsbetrieb Sachsenforst, auf Anfrage. Kontrollen führe der Sachsenforst allerdings nicht durch, so Sauer.

Dass es dieser Tage so viele Pilze gibt, ist auch für Peter Welt ungewöhnlich. Gerade wenn er an den regenarmen Sommer zurückdenkt. Der Chemnitzer ist Pilzberater. Er kennt sich damit aus und weiß, woher das Wachstum kommt: "Der Regen in den vergangenen Tagen hat das Wachsen extrem begünstigt, denn schon ein paar Tage mit Niederschlag reichen da aus. Aber auch ich war überrascht, dass es so viele Pilze gibt. Bei der Trockenheit im Sommer hatte ich mit weniger Wuchs gerechnet. Allerdings kann die Pilzsaison auch schnell wieder vorbei sein, denn Frost vertragen die meisten Pilze nicht."

Die Regelungen sind auch dem Pilzberater bekannt und er weiß, warum diese hier lockerer sind als anderswo. "In Österreich oder der Schweiz werden in den Wäldern die Pilze in großen Mengen gewerblich geerntet. Deshalb werden die Mengen für Sammler stark beschränkt", erklärt er. In Sachsen sei dies anders und das Sammeln von Pilzen ein Hobby oder eine Freizeitbeschäftigung und eben kein Gewerbe.

 

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...