Maas nennt Ausschreitungen in Chemnitz «unerträglich»

Berlin/Chemnitz (dpa) - Nach den Ausschreitungen in Chemnitz hat Außenminister Heiko Maas zur Verteidigung demokratischer Werte in der sächsischen Stadt und weltweit aufgerufen. «Rechtsextremismus ist nicht nur eine Bedrohung von Menschen anderer Herkunft, sondern eine Gefährdung für den Zusammenhalt unserer Gesellschaften», sagte der SPD-Politiker am Dienstag in Berlin. «Wir müssen alles tun, um Menschenwürde, Demokratie und Freiheit zu verteidigen, nicht nur in Chemnitz, sondern überall auf der Welt.»

Maas nannte die Ausschreitungen «unerträglich». Die Bilder würden auch im Ausland betrachtet, sagte der SPD-Politiker nach einem Treffen mit dem irischen Außenminister Simon Coveney. Die große Mehrheit der Menschen in Deutschland sei für ein weltoffenes und tolerantes Land, in dem die Menschen sich mit Respekt begegneten. Bedauerlicherweise aber gebe es auch andere. «Es ist schrecklich zu sehen, was diejenigen in der Lage sind, anzurichten.» Dies schade dem Ansehen Deutschlands im Ausland.

Genau vor 55 Jahren habe der amerikanischen Bürgerrechtler Martin Luther King seine berühmte Rede über den Traum von Gleichberechtigung aller Menschen gehalten, sagte Maas. «Solange radikale Hetzjagden veranstaltet werden, haben wir noch viel zu tun, damit der Traum von Gleichberechtigung Wirklichkeit wird.»

Bei Protesten rechter und linker Demonstranten in der Chemnitzer Innenstadt waren am Montagabend mindestens sechs Menschen verletzt worden. Auslöser dafür war, dass ein 35 Jahre alter Deutscher durch Messerstiche getötet worden war, gegen einen Syrer und einen Iraker ergingen Haftbefehle.

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