Mehr als 3200 Straftaten an sächsischen Schulen

Dresden (dpa/sn) - Im vergangenen Schuljahr wurden an sächsischen Schulen 3215 Straftaten verübt. Das ist im Vergleich zum Schuljahr 2015/2016 ein Rückgang um 617 Fälle. Dennoch bleibe die Zahl seit Jahren auf hohem Niveau, sagte die Bildungsexpertin der Grünen-Landtagsfraktion, Perta Zais, am Dienstag in Dresden. Der Beantwortung der von ihr gestellten Kleinen Anfrage zufolge kommt es an Oberschulen besonders häufig zu Straftaten. Dort wurden im vergangenen Schuljahr 970 Fälle gezählt. «Erschreckend hoch» seien mit 494 Fällen auch die Zahlen an Grundschulen, sagte Zais.

Die mit Abstand häufigsten Delikte sind nach Angaben des Innenministeriums Diebstähle; von Dezember 2016 bis Dezember 2017 wurden 1482 Fälle registriert. Dahinter folgen Körperverletzungen (641) und Sachbeschädigungen (576).

Zais forderte eine statistische Erfassung von Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen an Schulen. Diese lägen weitgehend im Ermessen der Lehrer oder der Schulleitung und könnten bis zum Ausschluss von der Schule führen. «Hier braucht es mehr Transparenz, um Willkür vorzubeugen», sagte sie. «Schule darf in einem solch sensiblen Bereich keine Black Box sein.» Die beste Prävention sei jedoch ein positives Sozialklima mit gegenseitiger Wertschätzung, ganzheitlichen Bildungsansätzen und Schulsozialarbeit.

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