Missbrauch und Vergewaltigung: Täter zu Haft verurteilt

Sexuelle Übergriffe auf junge Mädchen und eine Frau in Dresden machen im Sommer 2019 Schlagzeilen. Nach einer Vergewaltigung kommt ein Verdächtiger in U-Haft - ist er ein Serientäter?

Dresden (dpa/sn) - Ein Jahr nach der Serie sexueller Attacken auf Kinder und eine junge Frau in Dresden ist ein 38-Jähriger zu sieben Jahren und vier Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden. Die Jugendschutzkammer des Dresdner Landgerichts sah es am Donnerstag als erwiesen an, dass der nicht einschlägig vorbestrafte Mann drei Mädchen und eine Erwachsene in der Landeshauptstadt sowie schon im Sommer 2018 eine Schülerin und eine Jugendliche im Osterzgebirge überfallen und missbraucht hat.

Die Richter befanden den Dresdner der besonders schweren Vergewaltigung, des mehrfachen sexuellen Missbrauchs von Kindern und sexueller Nötigung für schuldig. Die Kammer ordnete zudem die Unterbringung des Mannes in der Psychiatrie an. Von ihm gehe ohne Therapie nach wie vor die Gefahr weiterer Taten aus, sagte der Vorsitzende Richter Andreas Ziegel. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, die Verteidigung kündigte Revision an.

Der Arbeitssuchende war am 23. Juli 2019 nach der Vergewaltigung einer 15-Jährigen in Dresden festgenommen worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Der Deutsche soll zuvor seit Juni auch eine Elf- und eine Zwölfjährige sowie am Vortag eine junge Frau beim Spazieren gehen mit sexuellen Absichten überfallen haben. Auch die Übergriffe auf eine Zehn- und eine 17-Jährige in Bad Gottleuba im Juni 2018 gehen aus Sicht der Kammer auf das Konto des Mannes, der zur Tatzeit dort als Küchenhilfe arbeitete.

Richter Ziegel sprach von einem «seltenen Fall», da es keine Beziehung zwischen Täter und Opfern gibt. «Hier wurden Mädchen von einem wildfremden Mann überfallen.» Das habe alle schwer traumatisiert, auch Zeugen wie eine ältere Schwester und eine Freundin. Der Angeklagte schwieg im Prozess zu den Vorwürfen und nahm auch das Urteil regungslos auf. Er soll auch Tausende kinderpornografischer Fotos und Videos besessen und einige davon selbst erstellt haben.

Ein Gutachter hatte bei dem Mann eine Art Schizophrenie festgestellt und ihn als zur Tatzeit vermindert schuldfähig eingestuft. Mit dem Urteil folgte die Kammer der Forderung der Staatsanwaltschaft, die Verteidigung hatte auf maximal fünf Jahre plädiert.

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