Multiresistente Erreger: Vier Patienten auf Intensivstation

Dresden (dpa/sn) - Das Krankenhaus Dresden-Neustadt hat bei vier Patienten einen multiresistenten Erreger nachgewiesen. Die Betroffenen seien von diesem Keim besiedelt, aber nicht infiziert oder daran erkrankt, teilte das Krankenhaus am Mittwoch mit. Die Patienten würden auf der Intensivstation isoliert versorgt und von einem separaten Ärzte- und Pflegeteam betreut, um eine Übertragung des Erregers zu verhindern.

Am vergangenen Sonntag war ein Patient gestorben, der sich mit dem Keim infiziert hatte. Nach Angaben des Krankenhauses starb er aber an seiner schweren Grunderkrankung. Inwiefern der multiresistente Erreger zu dessen Tod beigetragen habe, sei aufgrund der komplexen Erkrankung allerdings unklar, hatte das Krankenhaus am Montag mitgeteilt. In der Nacht zum Dienstag starb ein zweiter Patient. Auch hier sei unklar, ob die Infektion durch den multiresistenten Keim dazu beitrug, hieß es.

Die Intensivstation bleibt für weitere Neuaufnahmen gesperrt. Alle Operationen, bei denen nachher eine intensivmedizinische Betreuung erforderlich sein könnte, werden ins Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt verlegt. Der restliche Klinikbetrieb sei nicht beeinflusst und laufe ohne Einschränkungen weiter, hieß es.

Die Keime sind für Menschen mit intaktem Immunsystem in der Regel harmlos. Für geschwächte Patienten, etwa auf einer Intensivstation, können sie aber zum Problem werden.

Bewertung des Artikels: Ø 1.5 Sterne bei 2 Bewertungen
2Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.

  • 4
    0
    acals
    01.11.2018

    Da darf ich Ihnen DTRFC2005 fachlich widersprechen. Per se geht es hier nicht um Sauberkeit und wer denn besser gewischt hat - es geht um Resistenzen der Keime gegen Therapeutika. Der Masseneinsatz von Antibiotika in der Tierzucht kommt auch beim Endverbraucher auch - und es ist nachgewiesen das zahlreiche Antibiotika ihre Wirkung verloren haben. Aktuell gibt es weltweit eine einstellige Anzahl sogenannter Reserveantibiotika - auch das wird bereits unterlaufen und diese Antibiotika in Tierzucht verwendet. Die Pharmaindustrie tut einen Teufel sich mit der Entwicklung neuer Antibiotika zu beschaeftigen - denn von Erkennen der Wirkung bis zur finalen Zulassung sind die Keime weitermutiert und die Chance das sich Mrd-Investitionen nicht lohnen ist hoch.

    Weltweit wird nur ein Bruchteil in der Pharmaforschung fuer neue Behandlungsmethoden ausgegeben - wobei diese vom Wirkprinzip her bekannt sind.

    Schauen Sie zB nach Griechenland: Dort werden Tier und Mensch nahezu unkontrolliert Antibiotika verschrieben. Die dort bald multiresistenten Keime machen an der Grenze nicht halt ...
    ... Was eher noch gefaehrlicher ist, ist der Uebertrag der resistentzmechanismen von echten pathologischen Krankenhauskeimen auf zB E. Coli Bakterien. Wenn dieses resistent wird, wird der Menschheit das Licht ausgeknipst. Die Zeit rennt ...

  • 0
    0
    DTRFC2005
    01.11.2018

    MRSA Keime sind leider in den KH seit der Wende hausgemacht und das obwohl es seit 1990 im Ostteil Deutschlands sogar wesentliche Erleichterungen für das Pflegepersonal gegenüber bis 1990 gibt. Z.B die ganze Frage der Reinigung der Zimmer , Gänge usw. wurde an Fremdfirmen übergeben, die keine schlechte Arbeit leisten. An jedem Zimmer sind Desinfektionsflaschen zur Händedesinfektion angebracht ( oft auch Kästchen für Mundschutz und Handschuhe ). Wir waren mit Ordnung und Sauberkeit früher nicht so lasch.



Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
Mehr erfahren Sie hier...