Oberbürgermeisterin: «Aufarbeitung bleibende Aufgabe»

Zwickau (dpa/sn) - Die Oberbürgermeisterin von Zwickau, Pia Findeiß, hat sich der Forderung nach einer weiteren Aufarbeitung der NSU-Verbrechen angeschlossen. Wichtig sei es, dass das Münchner Urteil keinen Schlussstrich darstelle, sagte die SPD-Politikerin am Mittwoch. «Die Aufarbeitung des Geschehens sowie die Erinnerung an die Opfer stellen bleibende Aufgaben dar - nicht nur für Zwickau, sondern für die Bundesrepublik insgesamt.»

In Zwickau hatte das NSU-Terrortrio Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe zuletzt gewohnt. Nach dem Tod der beiden Männer hatte die heute 43-Jährige 2011 die Wohnung in Brand gesetzt. Das Oberlandesgericht München hat Zschäpe unter anderem wegen zehnfachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Mitangeklagte Ralf Wohlleben aus Thüringen wurde als NSU-Waffenbeschaffer zu zehn Jahren Haft verurteilt. Die anderen Mitangeklagten bekamen geringere Strafen: André E. aus Zwickau zwei Jahre und sechs Monate Haft, Holger G. drei Jahre Haft und Carsten S. drei Jahre Jugendstrafe.

Sie sei keine Juristin und könne das Urteil objektiv nicht bewerten, sagte Pia Findeiß. «Subjektiv empfinde ich das Urteil gegen Frau Zschäpe als richtig und angemessen.»

Zuvor hatte Findeiß im Rathaus an einer Gedenkveranstaltung für die Opfer des NSU-Terrors teilgenommen. «Mit der Gedenkveranstaltung, die eben im Rathaus stattfand, wollten wir symbolisch die Trauer um die Mordopfer und der Angehörigen zum Ausdruck bringen», sagte sie.

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