Ostdeutsche horten Milliarden auf Girokonten

Berlin (dpa) - Trotz niedriger Zinsen parken die Ostdeutschen Milliarden auf Giro- und Tagesgeldkonten. Allein bei den 45 Sparkassen in Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern erreichten die sogenannten Sichteinlagen zum Stichtag Ende Juni 55 Milliarden Euro, knapp neun Prozent mehr als ein Jahr zuvor. «Die Niedrigzinsphase führt dazu, dass die Unsicherheit weiterhin groß ist», sagte Wolfgang Zender, Geschäftsführer des Ostdeutschen Sparkassenverbands am Dienstag in Berlin. Die Kunden suchten sichere Häfen. «Deshalb parken sie ihr Geld zur Not auch in nullverzinslichen Anlagen.»

Auch die Sparkassen selbst leiden unter den niedrigen Zinsen. Obwohl die kommunalen Geldhäuser immer mehr Kredite vergeben, fiel das Betriebsergebnis im ersten Halbjahr mit 232 Millionen Euro sieben Prozent geringer aus als im Vorjahreszeitraum - «noch zufriedenstellend», so die Bewertung des Verbands. Bemerkbar mache sich dabei auch, dass Städte und Gemeinden mehr Steuern einnehmen und damit Kredite zurückzahlten anstatt neue aufzunehmen.

Noch immer nicht entschieden ist das Rennen um die Nachfolge des Verbandspräsidenten Michael Ermrich, dessen Ruhestand im Juni 2019 beginnt. Der Bautzener Landrat Michael Harig (CDU) und Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) wollen bei einer Verbandsversammlung am 24. Oktober antreten.

Der Kommunalausschuss des Verbands tagte am Montag ohne Ergebnis, wie Ermrich deutlich machte. «Er ist noch im Findungsprozess.» Ermrich ließ offen, ob er für eine weitere Amtszeit bereit stünde. Die Frage stelle sich nicht, sagte er. Der Kommunalausschuss werde einen Vorschlag machen.

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