Sachsen leidet unter Wassermangel

Die Hitzesommer der beiden letzten Jahre mit niedrigen Wasserständen sind noch nicht vergessen. Und auch zum Jahresanfang ist es viel zu trocken im Freistaat. Der Wassermangel macht zunehmend zu schaffen.

Cranzahl (dpa/sn) - Die Sorge um Folgen des Wassermangels in Sachsen wächst. Umweltminister Wolfram Günther (Grüne) beschrieb die Lage am Freitag bei einem Besuch der Talsperre Cranzahl im Erzgebirge als «sehr ernst»: «Helfen würden nur überdurchschnittliche Niederschläge in den kommenden Wochen. Bleibt es weiterhin so trocken, haben wir spätestens im Frühsommer eine Niedrigwassersituation, die noch kritischer als 2018 oder 2019 ausfallen kann.»

Nach Angaben des Ministeriums sinken seit Jahresbeginn die Pegel von Flüssen und Talsperren. Zudem sind die Böden deutlich zu trocken, die Grundwasserstände liegen vielerorts unter den langjährigen Monatsmittelwerten. An der Talsperre Cranzahl musste der Abfluss in den Lampertsbach eingestellt werden. Während der Winter 2018/2019 mit entsprechenden Regenfällen noch eine deutliche Entspannung brachte, blieb die Erholung in diesem Jahr bislang aus.

Die sächsischen Talsperren sind aufgrund der anhaltenden Trockenheit trotz einer ressourcenschonenden Bewirtschaftung nur teilweise gefüllt, hieß es. Eine akute Bedrohung der Wasserversorgung bestehe aber nicht. Normalerweise füllen sich Talsperren im Winterhalbjahr und sind Ende März wieder voll. Laut Ministerium sind die 23 Trinkwassertalsperren aktuell im Schnitt nur zu 73 Prozent gefüllt.

«Bei weiterhin fehlenden Niederschlägen und damit geringen Zuflüssen aus den Fließgewässern ist eine Füllung der Talsperren in den kommenden Wochen unwahrscheinlich», teilte das Ministerium mit. Dabei stellt sich die Lage an den einzelnen Talsperren unterschiedlich dar. Die Talsperre Eibenstock sei mit 78 Prozent noch relativ gut gefüllt. In Cranzahl sei der Füllstand dagegen auf 52 Prozent gesunken.

Der Wassermangel gilt auch als eine der Ursachen für die dramatischen Schäden im sächsischen Wald. Denn die Bäume verlieren so an Widerstandskraft und können nicht mehr ausreichend Harz zur Abwehr von Schädlingen wie dem Borkenkäfer produzieren. Am vergangenen Samstag hatte die sächsische Regierung beschlossen, rund 52 Millionen Euro für die Bewältigung der Schäden bereitzustellen.


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