Spahn zu Besuch in Zwickau: Pflege im Fokus

Das erste Mal seit seinem Amtsantritt im März 2018 hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Station in Zwickau gemacht. Vor Ort sprach der CDU-Politiker mit Pflegekräften.

Zwickau (dpa/sn) - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich in einem Zwickauer Krankenhaus über die Situation in der Pflege informiert. Neben dem Gewinnen ausländischer Fachkräfte stehe die Ausbildung junger Menschen ganz oben auf der Agenda, sagte der Politiker am Dienstag im Gespräch mit Klinikleitung, Ärzten und Pflegepersonal der Paracelsus-Klinik. Der Pflegeberuf müsse attraktiver werden - unter anderem mit Blick auf Arbeitszeiten und Planbarkeit. «Sie als Pflegekräfte müssen aber auch selbst mithelfen und wieder Lust auf Pflege machen», lautete der Appell des Ministers an die Klinikmitarbeiter.

Zudem könnten digitale Lösungen dazu beitragen, das Pflegepersonal zu entlasten. So arbeitet die Zwickauer Klinik seit Anfang des Monats mit einer App, mit deren Hilfe Patientendaten direkt am Bett eingesehen werden können. «So sehen wir die gesamte Pflegedokumentation auf einen Blick. Das ist eine Erleichterung und geht schneller als mit der Papierakte», sagte Krankenschwester Sarah Bergert im Gespräch mit dem Minister. Pro Schicht und Pflegekraft ließen sich somit rund 30 Minuten einsparen, wobei die Dokumentation derzeit knapp 30 Prozent der Arbeitszeit in Anspruch nehme. Gerade in Sachen Digitalisierung drücke man inzwischen aufs Tempo, erklärte Spahn.

Fehlende Zeit für die Patienten, schlechte Planbarkeit von Diensten oder das Lohngefälle zwischen Ost und West waren weitere Punkte, die von den Pflegekräften angesprochen wurden. Gleichzeitig sei die Konkurrenz zwischen den 78 Krankenhäusern in Sachsen inzwischen so groß, dass das Abwerben von Pflegekräften inzwischen ein großes Thema sei.

Gemeinsam mit Sachsens Sozialministerin Barbara Klepsch (CDU) informierte sich Spahn zudem über eine neue Methode zur Behandlung von Hirntumoren. Die Zwickauer Klinik wird nach Unternehmensangaben europaweit die vierte Einrichtung sein, die diese neue Therapie auf Grundlage der Nanotechnologie einsetzen wird. In Sachsen gibt es fünf Standorte des Klinikverbunds, bundesweit sind es 34 Einrichtungen mit insgesamt rund 4500 Mitarbeitern.

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...