Staatssekretär mahnt zu Sachlichkeit in Wolfs-Debatte

Halberstadt (dpa/sa) - Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, Michael Stübgen, hat mehr Sachlichkeit in der Debatte um Wölfe gefordert. Dass der Wolf zurück nach Deutschland gefunden habe, sei ein Erfolg des Artenschutzes, erklärte der CDU-Politiker am Freitag anlässlich einer Tagung europäischer Wolfs-Fachleute in Halberstadt. Die Rückkehr der Raubtiere dürfe aber nicht dazu führen, dass Weidetierhaltung in bestimmten Regionen eingestellt werden müsse. «Die Menschen in den ländlichen Räumen fühlen sich durch die Wölfe verunsichert.»

Stübgen sagte, das Europarecht lasse eine stärkere Kontrolle des Wolfes zu, als Deutschland das bislang nutze. «Deshalb trete ich ein für eine wirkungsvolle Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes, die die Entnahme von Wölfen erleichtert.» Es gehe nicht um die Ausrottung des Wolfes. Das Verfahren, um auffällige Tiere abzuschießen, sei aber zu aufwendig und müsse vereinfacht werden. «Das gefährdet nicht den guten Erhaltungszustand des Wolfes», sagte Stübgen.

Wolfs-Fachleute unter anderem aus Finnland, Schweden, Kroatien und Serbien tagen noch bis Sonntag in Halberstadt. Hauptorganisator ist die Gesellschaft für Wildtier- und Jagdforschung, deren Vorsitzender Michael Stubbe sich ebenfalls für eine Regulierung der Wolfsbestände ausspricht. In Deutschland leben jüngsten Angaben zufolge 73 Wolfsrudel, 30 Wolfspaare und drei sesshafte Einzeltiere.

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