Sturmtief «Sabine» hinterlässt in Sachsen nur kleine Schäden

Sturmtief «Sabine» fegt über Sachsen. Das bekommen vor allem Bahnreisende zu spüren. Und die Wetterlage verheißt weiter nichts Gutes.

Leipzig (dpa/sn) - Sturmtief «Sabine» hat Sachsen weitgehend verschont. «Uns sind keine größeren Schäden bekannt», sagte ein Sprecher des Lagezentrums im Innenministerium in Dresden am Montag. Der Orkan hatte den Freistaat in der Nacht zum Montag erreicht. Inzwischen sei er abgezogen, sagte eine Sprecherin des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Leipzig. «Das Schlimmste ist zwar vorbei, es ist aber weiterhin mit viel Wind zu rechnen».

Vor allem bei der Bahn sorgte das Sturmtief für viele Schäden. Es seien Bäume umgestürzt und Stromleitungen beschädigt worden, teilten die Deutsche Bahn und die Länderbahn Sachsen mit. Mitarbeiter beider Unternehmen hatten seit dem Morgen die Strecken beräumt. Die Einsatztrupps waren mit Kettensägen unterwegs.

Schrittweise komme der Verkehr wieder ins Rollen, teilten die Unternehmen mit. Die Deutsche Bahn hatte den Betrieb im Fernverkehr und teilweise im Regionalverkehr am Vormittag wiederaufgenommen. Es müsse jedoch weiter mit Verzögerungen besonders im Regionalverkehr, so bei der S-Bahn, gerechnet werden, sagte ein Sprecher. Störungen und Verzögerungen könnten sich bis zum Dienstag hinziehen. Im Vogtland und in Ostsachsen seien die Aufräumungsarbeiten noch im Gange, berichtete ein Sprecher der Länderbahn.

In der Landeshauptstadt Dresden rückte die Feuerwehr wegen des Orkans zu 48 Einsätzen aus, wie das Brand- und Katastrophenschutzamt mitteilte. Vor allem mussten umgestürzte Bäume beseitigt werden. In den Landkreisen Sächsische Schweiz Osterzgebirge und Meißen wurden 68 Einsätze registriert.

Auf den Flughäfen in Leipzig-Halle und Dresden kam es infolge des Sturmtiefs zu Ausfällen. Vor allem innerdeutsche Verbindungen nach Köln, Düsseldorf, Frankfurt/Main und München waren betroffen, wie eine Sprecherin angab. Doch allmählich normalisiere sich die Lage. Für den Montagnachmittag sei ein Flug nach München gestrichen worden.

Wegen des Sturmtiefs kam es in Sachsen zu Stromausfällen. Am Montagnachmittag waren noch 260 Kunden im Vogtland und 80 in Mittelsachsen betroffen, wie eine Sprecherin der Mitnetz Strom (Kabelsketal/Saalekreis) mitteilte. Es werde weiter an der Behebung der Stromausfälle gearbeitet.

Welche Schäden «Sabine» in den Wäldern verursacht hat, ist derzeit nicht absehbar, wie eine Sprecherin des Staatsbetriebes Sachsenforst am Montag in Pirna sagte. Für die Mitarbeiter sei es derzeit schwierig und auch gefährlich, die Wälder zu begehen. Waldwege seien wegen der Gefahr herabstürzender Äste gesperrt. Erst gegen Mitte der Woche, wenn das Orkantief vollständig abgezogen ist, sei mit einer ersten Bestandsaufnahme zu rechnen.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) erreichte «Sabine» auf dem Fichtelberg Spitzengeschwindigkeiten von 172 Kilometer pro Stunde. Auf dem Flughafen Leipzig-Halle waren es 102 Kilometer pro Stunde. Eine Beruhigung sei nicht in Sicht - es sei weiter mit starken Stürmböen zu rechnen, die örtlich eine Geschwindigkeit von bis zu 115 Kilometern pro Stunde erreichen könnten, hieß es. Dazu kämen Schauer und Gewitter.


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