VW verurteilt Fremdenfeindlichkeit in Chemnitz

Chemnitz (dpa/sn) - Knapp zwei Wochen nach dem gewaltsamen Tod eines Deutschen in Chemnitz hat der VW-Konzern die darauf folgenden fremdenfeindlichen Übergriffe und rechten Demonstrationen verurteilt. Zugleich forderten Vorstand, Betriebsräte und rund 500 Angestellte am Freitag im Motorenwerk Chemnitz, sich für Toleranz und Weltoffenheit einzusetzen. «Wir bei Volkswagen dulden keine Diskriminierung», sagte Personalvorstand Gunnar Kilian auf einer Informationsveranstaltung. Dazu waren auch Mitarbeiter aus den Werken in Zwickau, Braunschweig, Salzgitter, Wolfsburg, Hannover, Kassel, Leipzig und Emden angereist.

Bernd Osterloh, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates, nahm die Gewerkschaften in die Pflicht. Es sei ihre Aufgabe, klare Kante zu zeigen gegen menschenfeindliche, rechtsextreme und antidemokratische Umtriebe. Osterloh erinnerte daran, dass VW zur Nazizeit gegründet wurde und im Stammwerk Wolfsburg Zwangsarbeiter zu Tode geschunden worden seien. «Daraus entsteht für unser Unternehmen und für uns die Verpflichtung, uns allen antidemokratischen Entwicklungen in unserem Land entgegen zu stellen», betonte er.

Das Motorenwerk hat rund 1800 Angestellte, unter anderem auch aus außereuropäischen Ländern wie Afghanistan, Vietnam und Nigeria. Man stehe für die zivile Mitte, sagte der Chemnitzer Betriebsratsvorsitzende René Utoff. «Wir sprechen uns aus gegen jede Form von Gewalt, Extremismus und Rassismus», sagte Utoff.

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