Warum in Sachsen noch immer lokale Corona-Daten fehlen

Der Freistaat hat noch kein klares Bild zur lokalen Verbreitung des Coronavirus. Ihm fehlt bis heute die passende Sehhilfe - und manchmal hält er sich auch die Augen zu.

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1010 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 7
    0
    klapa
    02.12.2020

    Eine etwas schwierige Frage, Herr Kleditzsch.

    Wenn der Rückstau des GA nach Mitteilung der FP tatsächlich etwa sechs Tage beträgt, dann laufen doch positiv Gestestete mit und ohne Symptome und wirklich Kranke ohne mögliche Kenntnis ihrer Erkrankung, weil ohne Information durch das GA oder ihren Hausarzt in dieser Zeit draußen herum und könnten Gesunde vielfach infizieren.

    Würde das in Ihren Augen nicht, auch unter Würdigung der Überbelastung der Mitarbeiter der GA, trotzdem den Tatbestand der Fahrlässigkeit bzw. Verantwortungslosigkeit erfüllen, weil ein Teil der Neuinfektionen eben auch auf diesen Rückstau zurückzuführen ist?

    Ursache – der Freistaat hat es nicht fertig gebracht, die verantwortlichen Behörden so auszustatten, dass sie ihren Aufgaben in vollem Umfang gerecht werden.

  • 7
    2
    saxon1965
    02.12.2020

    "In der ersten Welle ... In der zweiten ... teilweise ignorant, oft überfordert und zögerlich." Nein Herr Kleditzsch, der Unterschied ist ein ganz anderer, meiner Meinung nach.
    In der 15.KW gab es 380.197 Corona-Testungen mit 30.791 Positiven (8%). Es starben 1.741 Menschen mit/an COVID-19. So gerechnet gab es eine Todesrate von 5,65 Prozent der positiv Getesteten.
    In der 44.KW wurden 1.626.132 Menschen getestet mit 116.411 positiven (7%). Es starben 687 Menschen an/mit COVID19. Das ist eine Sterberate von 0,59 Prozent der positiv getesteten.
    Es gibt zwar eine zeitliche Verschiebung, aber das sind die Zahlen des damaligen Höhepunktes der Pandemie und der letzten statistischen Zahlen (KW44).
    Quellen: www.destatis.de/DE/Themen/Querschnitt/Corona/Gesellschaft/bevoelkerung-sterbefaelle.html
    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1107749/umfrage/labortest-fuer-das-coronavirus-covid-19-in-deutschland/
    Was würde passieren, wenn nicht mehr getestet würde, nur noch geschützt?

  • 3
    14
    TWe
    02.12.2020

    @klapa
    "Etwa 20-25% der Sachsen als besonders gefährdete Risikogruppe sollen geschützt werden."
    Dieser Personenkreis lebt nicht in erste Linie in Pflegeheimen, sondern mitten unter uns.

    "Dazu gibt es nach wie vor kein Konzept."
    Doch, das Konzept einen mehrwöchigen (und wirksamen) Total-Lockdowns gibt es schon seit Frühjahr.

    Aus für mich unerfindlichen Gründen hat von unseren Politikern allerdings keiner das Rückgrat, sowas noch mal durchzuziehen. Kretzschmars Ankündigung, dass die Maßnahmen im neuen Jahr verschärft werden, sofern die Inzidenz nicht deutlich zurückgegangen ist, erachte auch nur als "lauwarmes Statement".

    Ich frage mich, ob wir erst eine vierstellige Inzidenz brauchen oder noch viel mehr Todesopfer, bevor konsequent gehandelt wird. Glaubt eigentlich irgendjemand noch daran, dass es in der aktuellen Situation sinnvoll ist, Weihnachten und/oder Silvester mit Gästen aus anderen Haushalten zu feiern?

  • 6
    1
    JochenV
    02.12.2020

    Nur die lokalen Daten ? Über welche Daten über Infektionen, die auch tatsächlich entsprechend IfGS nachgewiesen sind, verfügen wir überhaupt ? Die vom pcr-Test angezeigten Schnipselchen genügen dem gesetzlich geforderten Infektionsnachweis nicht. Und von dem, was dann noch übrig bleibt, wäre die Inzidenzzahl, aber nun richtigerweise zur Anzahl der Tests indiziert (und damit der tatsächlichen Funktionalität entsprechend, im Unterschied zu der dysfunktionalen Beziehung "pro 100.000Ew"), wiederzugeben.

  • 5
    1
    Haecker
    02.12.2020

    Der Aufwand einer "händischen" Aufgliederung der Corona-Zahlen ist bei der Einrichtung der Tabelle sicher etwas hoch, sollte sich dann aber in Grenzen halten. Natürlich muss man mit Formeln arbeiten können. Wenn die Software zwischen Gesundheitsämtern und Landesuntersuchunsanstalt noch nicht kompatibel ist, kann man sich vorübergehend auch mit Excel helfen - sicher nicht für das Internet, aber doch für die Presse. Übrigens habe ich Ende voriger Woche auch beim RKI eine Excel-Tabelle entdeckt, in der von Mo - Fr die 7-Tages-Indizienzen aller 412 Stadt- und Landkreise veröffentlichts sind. Dort entnehme ich übrigens, dass sich die Stadt Chemnitz vom 65.Platz am 27.11. auf den 35.Platz heute (02.12.) "emporgearbeitet" hat, am 27.11. noch 4 sächsische Landkreise unter den ersten 20 waren, am 02.12. aber schon 7. Nur der Vogtlandkreis ist von Platz 96 (174,3 Fälle/100.000 Ew.) auf Platz 104 (160,6 Fälle/100.000 Ew.) "abgerutscht" (Was läuft beim Vogtlandkreis besser als sonst in Sachsen?).

  • 15
    3
    klapa
    02.12.2020

    Danke für die deutlichen Worte, Herr Kleditzsch.

    Wenn die Lage tatsächlich so schwierig sein sollte, wie sie beschrieben wird - der Bürger kann das nicht verifizieren - dann macht die Lockerung der Maßnahmen um Weihnachten und Neujahr herum keinen Sinn. Lockern ja, aber nicht, weil man sich emotional, ja sentimental geben will. Mit Inkonsequenz und Emotionalität bekämpft man keine Epidemie.

    Auch Herumeierei kann den Bürgern auf den Nerv gehen. Wenn kompletter Lockdown, dann begründet. Schule, Restaurants, Großmärkte, Geschäfte und vergleichbare Einrichtungen sind keine Orte, wo sich Menschen besonders häufig anstecken.

    Das sind idR große Familienfeiern, unerlaubte Feten und besonders Pflegeeinerichtungen, in die das Virus von außen oft durch das Personal hineingetragen wird.

    Etwa 20-25% der Sachsen als besonders gefährdete Riskogruppe sollen geschützt werden. Dazu gibt es nach wie vor kein Konzept.

  • 18
    9
    Bautzemann
    02.12.2020

    Es ist nicht nur der Landrat aus dem Erzgebirgskreis der die Situation in seinem Kreis nicht einschätzen kann. Nein, der Fisch fängt am Kopf an zu stinken! Die Regierung Kretschmer erlässt Regelungen und Verordnungen, ohne in der Lage zu sein diese zu kontrollieren. Daraus folgt, die Obrigkeit weiß nicht, was im Lande passiert. Wie sollen die auch? Dresden ist weit. Da haben wir eine Volksseuche und es gibt keine einheitliche Vorgehensweise von den Regierenden um Schaden von Wirtschaft, Kultur und vielen Bereichen des öffentlichen Lebens fern zu halten. Im Gegenteil! Man träumt von der Eröffnung der Skigebiete, will Hotels temporär öffnen, hier eine kleine Lockerung, dort eine kleine Verschärfung, wo soll das im nächsten Jahr hinführen. Hier stellt sich für den Bürger die Frage ob den die gewählte Elite die Richtige ist, oder ob auf dem Wahlschein 2021 wieder ein Denkzettel notwendig ist.

  • 18
    10
    fnor
    02.12.2020

    Was sollen ortsgenaue Infektionszahlen bringen? Möchte man sich in Sicherheit wiegen oder gewisse Orte meiden? Da die Zahlen auf 100.000 Einwohner veröffentlicht werden, gibt es eh massive Schwankungen. 7 positive Fälle bei 2000 Einwohnern ändern den Inzidenzwert um 50 nach oben.

    Wichtiger wäre zu wissen, was aktuell die Infektionstreiber sind. Wo steckt man sich an. Mit wo meine ich nicht die Postleitzahl. Dass Altenheime stark betroffen sind, ist bekannt. Was ist aber in Supermärkten, beim Frisör, beim Wandern, innerhalb der Familie oder an der Imbissbude? Eigentlich sollten das doch die wichtigen Daten sein, damit die Politik Maßnahmen und Regeln erlassen kann, die möglichst wirksam sind.

  • 47
    2
    nnamhelyor
    02.12.2020

    Wenn man das so liest.... unterschiedliche Software in Verwendung, (Schnittstellen)Probleme beim Übertragen der Daten, Kompetenzgerangel gepaart mit Bockigkeit. Schlussendlich muss das - zu wenige - Personal wahrscheinlich Papierlisten mit Bleistift ausfüllen und per berittenem Boten nach Dresden schicken. Da wundert einen nichts mehr im Deutschland des Jahres 2020. #neuland

  • 65
    8
    435200
    02.12.2020

    So langsam geht mir der Herr Landrat Vogel wirklich auf die Nüsse!
    Bei den Infektionszahlen im ERZ ist es ja doch fast einfacher, die Zahlen der Nicht-Infizierten zu nennen.

    Die Begründung des Herr Vogel, die Betroffenen könnten durch die Nennung von Zahlen je Gemeinde identifiziert werden, halte ich für völlig an den Haaren herbeigezogen. Das mag vielleicht in der Waldsiedlung möglich sein, denn dort wo sich Fuchs und Hase (oder eben die Vögel) "Gute Nacht" sagen, aber die Gemeinden im ERZ-Kreis sind mittlerweile so groß, dass mir die Identifikation auf Grund einer Gesamtzahl unmöglich scheint.

    Und seien wir doch mal ehrlich: Die Gerüchteküche kocht doch ohnehin in jedem Dorf nach dem Motto "Hast du schon gehört" oder "Beim Meier Karl ist die halbe Familie positiv" oder "Die Schiller Else war auch schon vier Tage nicht beim Bäcker, die hat bestimmt Corona".

    Aber ok, ich sollte mich viel weniger über den Möchtegern-Politiker Vogel aufregen. Das ist nicht gut für meine Nerven.