Weniger Unterricht für Schüler

Dresden (dpa/sn) - Sachsens Schüler müssen fortan wöchentlich nicht mehr so lange die Schulbank drücken. Die Verringerung der Stundenzahl entlaste nicht nur die Schüler, sondern setze auch dringend benötigte Lehrer frei, sagte Kultusminister Christian Piwarz (CDU) am Dienstag in Dresden. Die Regelungen treten zum Schuljahr 2019/2020 in Kraft.

In der Grundschule sinkt die Stundenzahl in den Klassen 3 und 4 um insgesamt drei Stunden, in der Oberschule sind es zusammen sieben Wochenstunden, im Gymnasium sechs. Reduzierungen gibt es nicht nur in Sport und Musik, sondern auch in Fächern wie Mathematik, Deutsch oder Biologie. Damit werden nach Ministeriumsangaben etwa 770 Lehrer in Vollzeit frei für andere Aufgaben.

«Hohe Priorität hat für uns, die Stundenlast der Schülerinnen und Schüler zu verringern und zugleich Freiräume für bestimmte Lerninhalte und mehr individuelle Förderung zu eröffnen», erläuterte Piwarz. Gerade die sächsischen Oberschüler seien im bundesweiten vergleich besonders stark belastet.

Derzeit haben beispielsweise Schüler in der 10. Klasse 31 Wochenstunden, künftig sollen es noch 28 sein. Die Schulen können in bestimmten Umfang von den Vorgaben abweichen und mit Ausnahme von Ethik und Religion in allen Fächern Änderungen vornehmen. Für Oberschüler ab Klassenstufe 7 wird Gemeinschaftskunde/Recht zum Pflichtfach, im Gymnasium wird diese Fächerkombination ab Klasse 7 noch um Wirtschaft ergänzt.

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9Kommentare
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    0
    Zeitungss
    01.07.2018

    Ein geistig unterentwickeltes Volk lässt sich auch besser regieren, hatten wir schon, begriffen wird es nur bei den Machern dieses Zustands. Bildungspolitisch würde ich Sachsen und dem Hof die Note 10 verleihen, für mehr reicht es leider nicht.

  • 3
    0
    BlackSheep
    01.07.2018

    Ergänzung; Eigentlich verstehe ich nicht das nicht alle Eltern die Kinder in der Schule haben auf der Strasse stehen, viel deutlicher kann die CDU ja nicht kundtun das Sie kein interesse daran hat, im Schulsystem für den Arbeitsmarkt taugliche Schüler auszubilden.

  • 3
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    BlackSheep
    01.07.2018

    Und dann kann man sich wunderbar beschweren wie dumm die Schulabgänger sind, aber wo sollen zum Beispiel Mathekenntnisse herkommen wenn man Sie nicht beigebracht bekommt?

  • 3
    0
    Tauchsieder
    27.06.2018

    Dies ist natürlich auch eine Möglichkeit das Lehrerproblem in Sachsen zu lösen. Der Schuss wird aber nach hinten los gehen.
    Wenn das alles ist was der neue MP bringt - armes Sachsen.

  • 2
    1
    VaterinSorge
    27.06.2018

    Es stehen mehrere Gründe im Raum, warum man die Wochenstunden überarbeiten musste. Das reicht von längst überfälliger Lehrplanentrümpelung, über Stundenentlastungen in Lernfächern bis zu Maßnahmen planmäßigen Unterricht in Zukunft überhaupt sicherstellen zu können. Zudem sollte Gemeinschaftskunde, politische Bildung und Medienkompetenz mehr in den Vordergrund gestellt werden. Auf der anderen Seite, braucht man dafür natürlich Raum und Zeit. Schulen können jetzt selbst in ihren Schulkonferenzen entscheiden, wie sie diese Zeit besser nutzen, jetzt sollten sie auch in den Personalentscheidungen einbezogen werden können. GTA ist noch ein großer Schwachpunkt, da sich die Verkehrsbetriebe nur am planmäßigen Unterricht orientieren, sind Buskinder (in ländl. Regionen oft über 80 %) kategorisch von GTA ausgeschlossen, können also Kunst, Musik, Sport oder andere Angebote nicht wahrnehmen. Darüber muss nachgedacht werden. Bei der Lehrplanentrümpelung sollten unbedingt Vertreter der nachfolgenden Bildungs- und Ausbildungseinrichtungen einbezogen werden, denn diese wissen genau, woran es momentan bei unseren Kindern fehlt. Also: Wenn das Paket rund wird, an alles gedacht ist, dann kann es auch besser werden. So bleiben konnte es aber nicht!

  • 3
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    vomdorf
    26.06.2018

    Hab nicht richtig gelesen...es ist ja noch ein Jahr Zeit....

    An Reliligion und Ethik wird natürlich nichts gekürzt, dabei könnten, nein müssen, zumindest die meisten
    Inhalte von Ethik im täglichen Umgang vermittelt werden. Und Religion hat an einer staatlichen Schule nichts zu suchen, weil das Privatsache ist.

  • 4
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    vomdorf
    26.06.2018

    Wissen das denn die Schulen schon?

    Es ist einfach unglaublich....aber ein dummes Volk lässt sich leichter manipulieren und regieren....
    - Ich halte sie dumm, du hälst sie arm. -

    Bin ich die einzige die das Gefühl hat, dass wir uns mit Riesenschritten zurück ins Mittelalter bewegen?

  • 5
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    612115
    26.06.2018

    Wow, das kann man während der WM wohl ohne großes Aufsehen durchbringen, obwohl es ein Skandal ist, den man sich nie hätte vorstellen können. Was wird bis zum Endspiel noch alles beschlossen?

  • 6
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    tbaukhage
    26.06.2018

    Wer braucht schon die deutsche Sprache, Sport oder Kenntnisse auf naturwissenschaftlichem Gebiet, wenn Glaube statt Wissen reicht. Hauptsache, die Schüler können beten. Die nächste Banktrotterklärung des sächsischen Bildungssystems. Was sagen eigentlich Kurth, Flat, Unland oder Tillich dazu?



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