Lahm "in der Verantwortung, Diskussionen anzuregen"

Philipp Lahm, ehemaliger Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, hat seine jüngst geäußerte Kritik an Bundestrainer Joachim Löw verteidigt. "Als Ehrenspielführer und langjähriger Kapitän sehe ich mich auch in der Verantwortung, Diskussionen anzuregen", sagte Lahm im Interview mit dem Handelsblatt: "Ich habe meine Gedanken zur Verfügung gestellt, damit man offen darüber sprechen kann."

Im Juli hatte der Ex-Profi Löws "kollegialen Führungsstil" kritisiert und den Bundestrainer zu Veränderungen aufgefordert. Auf Lahms Äußerungen hatten unter anderem Jürgen Klopp, Teammanager des FC Liverpool, und Ex-Nationalspieler Stefan Effenberg mit Unverständnis reagiert.

Lahm betonte, das sei kein Problem für ihn. "Klar, wenn man so etwas öffentlich macht, wird darüber gesprochen, und ich weiß, dass das nicht alle gut finden", sagte der 34-Jährige. Dies sei in Ordnung, schließlich wolle er zum "Nachdenken animieren", betonte Lahm: "Man muss auch über ein Ereignis diskutieren können, das negativ war. Und natürlich denke ich intensiv über die Nationalmannschaft nach."

Lahm sagte, er habe in der Zwischenzeit mit Löw telefoniert. Die Inhalte des Gesprächs werde er aber nicht öffentlich machen. Zudem betonte der Weltmeister von 2014, er werde Missstände auch künftig ansprechen: "Ich werde das immer wieder tun, den Finger in die Wunde legen. Ich will, dass wir wieder erfolgreich werden."

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