Noch keine Urteilsbegründung: "Fall Niersbach" wird zur Hängepartie

Der "Fall Wolfgang Niersbach" wird immer mehr zur Hängepartie. Auch rund 100 Tage nach der Verkündung seiner einjährigen Sperre durch die Ethikkommission des Fußball-Weltverbandes FIFA (25. Juli) hat der frühere Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nach SID-Informationen noch keine Urteilsbegründung erhalten.

Aus diesem formellen Grund ist es Niersbach nicht möglich, seine angekündigten Einspruch bei der FIFA-Berufungskomission einzureichen. Damit bleibt die Zukunft des 65-Jährigen in den Führungsgremien der FIFA und der Europäischen Fußball-Union (UEFA) weiter ungewiss.

Niersbach, der seine Ämter im FIFA-Council (bis 2019) und im UEFA-Exekutivkomitee (bis 2017) aufgrund der Sperre nicht ausüben kann, wird die Urteilsbegründung voraussichtlich noch im November erhalten. Danach hat er zehn Tage Zeit, um in Berufung zu gehen.

Die FIFA-Ethiker hatten Niersbach gesperrt, weil er den Skandal um die Vergabe der WM 2006 erst intern regeln wollte. Das stellt einen Verstoß gegen Artikel 18 des Ethik-Codes der FIFA (Anzeige- sowie Mitwirkungs- und Rechenschaftspflicht) dar.

Hoffnungen auf eine Verkürzung der Sperre darf sich Niersbach aufgrund der Erfahrungen der Vergangenheit durchaus machen. Die Berufungskommission verkürzte zuletzt immer wieder ausgesprochene Sperren.

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