13-Jährige aus Trieb sagt Müllsündern den Kampf an

Wenn Zoe Halm Leute sieht, die Zigaretten oder Verpackungsreste einfach so auf der Straße oder in der Natur entsorgen, dann weiß sie, was zu tun ist.

Trieb.

Eine Bananenschale kann manchmal tückisch sein. "Rutschgefahr!", sagt Zoe Halm. Sie bückt sich und wirft die Schale in den nahen Papierkorb vor ihrer Oberschule in Falkenstein. Zoe ist 13 Jahre alt und macht sich Gedanken. Vor allem die Umwelt geistert in ihrem Kopf herum. "Mein Papa hat vor ein paar Jahren zu mir gesagt: 'Der Mensch macht seinen eigenen Lebensraum kaputt', und seitdem setze ich mich für mehr Ordnung und Sauberkeit ein", begründet Zoe ihr Engagement.

Mit einem Brief hat sich die Achtklässlerin jetzt an die "Freie Presse" gewandt. "Ich wollte euch gern noch mal darauf hinweisen, wie wichtig es ist, auf die Umwelt zu achten", schreibt sie. Sie verstehe nicht, weshalb Leute Zigarettenkippen oder Schokoladenpapier fallen lassen, obwohl zwei Meter weiter ein Müllschlucker steht. "Ich weiß nicht, ob die nur zu faul sind oder sich um nichts einen Kopf machen", fragt sich die Jugendliche, die in Trieb zu Hause ist.

Ihren Mitschülern klopft sie genau so auf die Schulter wie Wildfremden auf der Straße. Einige reagierten verständnisvoll, andere fragten, was sie das denn anginge. Wenn Zoe Müll erzeugt und nicht weiß, wohin damit, handelt sie konsequent: "Ich stecke es in meine Hosentasche." Dass Biologie neben Sport, Religion, Englisch und Musik zu ihren Lieblingsfächern gehört, versteht sich von selbst. Der Umweltschutz sei im Unterricht auch mal Thema, aber prinzipiell unterhalte sie sich eher selten mit den Lehrern über die Problematik. Mit Eltern und Großeltern schon.

"Meine Mama arbeitet in Plauen, und da gibt's auch viel Müll", hat das Mädchen bemerkt. "Müllsammeln, das wäre was für mich", sagt sie. Wenn sie an den Plastikabfall überall im Meer denkt, werde ihr ganz anders zumute. Sie glaubt, man müsse im Kleinen anfangen, Unrat richtig zu entsorgen.

Zoes Tage sind ausgefüllt mit Schule, Vereinssport und Konfirmationsunterricht. Im Grunde hat sie zwischen Fußball, Theater-AG und Co. keine Zeit, um anderen ihren Müll hinterher zu tragen. Sie tut es dennoch. Aus Überzeugung.

Einst wollte Zoe Sängerin werden, später Astronautin. Mittlerweile gibt sie als Berufswunsch Schauspielerin an. Sie hat bereits in der Theater-AG mitgewirkt und scheint selbstbewusst ihre Ziele zu verfolgen. Das Vermeiden von Müll in der Öffentlichkeit gehört dazu. Auch beim Radio hat Zoe angerufen und ihr Anliegen vorgetragen. Ginge es nach ihr, es sollte die ganze Welt erfahren.

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