"Als Ortsvorsteher braucht man einen langen Atem"

Zehn Jahre hat Hans-Jürgen Uhlmann im Ortschaftsrat Schnarrtanne/ Vogelsgrün mitgewirkt. Was Gemeinsinn möglich macht, habe zuletzt das Heimatfest gezeigt, wirbt der scheidende Ortsvorsteher für das Miteinander im Erholungsort.

Schnarrtanne/Vogelsgrün.

Eigentlich sind die Uhlmanns gar keine eingeborenen Vogelsgrüner. Erst seit 1996 leben sie dort im Eigenheim an der Fuchs'chen Wiese. In der Auerbacher Ortschaft unterscheiden Alteingesessene gern zwischen Schnarrtanne und Vogelsgrün. Doch wer es gar zu doll treibt, den erinnert Hans-Jürgen Uhlmann daran, dass zur Ortschaft eigentlich sechs Ortsteile gehören: neben Schnarrtanne und Vogelsgrün noch Carolagrün und Albertsberg sowie Bad Reiboldsgrün und Grünheide.

Mit der Aufzählung ist schon abgesteckt: Die Ortschaft ist ein Erholungsort, staatlich anerkannt. Ortsvorsteher Uhlmann ist hoch erfreut, dass man ebenso wie das benachbarte Beerheide das Prädikat im vergangenen Jahr verteidigen konnte. Ein Mosaikstein dazu war der neue Wanderparkplatz "Schöne Aussicht", von dem "Besucher und Einheimische gleichermaßen profitieren", wie Hans-Jürgen Uhlmann findet: Der Parkplatz wurde direkt neben dem Friedhof angelegt.


Sein Berufsleben verbrachte Hans-Jürgen Uhlmann - er stammt aus dem ehemaligen Stadthotel Kronprinz, das einmal seinen Eltern gehört hatte - außerhalb von Auerbach. In Zwickau machte er Karriere an der späteren Westsächsischen Hochschule, nach der Wende baute er das Innovationszentrum BIC in Zwickau mit auf, das er viele Jahre leitete. Seit 2012 ist er Rentner.

In den Ortschaftsrat zog Uhlmann 2009 für den Feuerwehrverein Vogelsgrün ein, wurde Vize-Ortsvorsteher und stand zuletzt an der Spitze des Gremiums. "Dass der Feuerwehrverein auch künftig im Ortschaftsrat vertreten ist, war mir wichtig", blickt der 74-Jährige auf die vergangene Kommunalwahl zurück. Zwei Mandate hat der Verein errungen, fünf gingen an die CDU, ein Sitz bleibt leer.

DasEngagement im Feuerwehrverein ist Uhlmann wichtig. Denn erst die Vereine sorgen im Dorf für den Zusammenhalt. Das zeige zum Beispiel das alle zwei Jahre gefeierte Heimatfest, das über die Jahre gewachsen sei und zu dem mit dem Hahnenhaus-Festspiel inzwischen ein Spektakel gehöre, das auch Besucher von auswärts anziehe, blickt Uhlmann auf die jüngste Ausgabe zurück.

Für das Fest legen sich Vereine und Ortschaftsrat gemeinsam ins Zeug; bei anderen Dingen sei es an Ortsvorsteher und Rat, in Stadtverwaltung und anderen Behörden so lange nachzuhaken, bis die ein Anliegen berücksichtigen. Hans-Jürgen Uhlmann nennt als Beispiele die überlaufende Abwasser-Pumpstation, die lange ein Ärgernis war, oder die mangelhafte Löschwasserversorgung. Auch dass der Kindergarten erhalten wurde sei ein Erfolg.

Bei anderen Vorhaben dürfe man nicht locker lassen, sagt Uhlmann und nennt den miserablen Zustand der Rützengrüner Straße oder des Hahnenhausweges. Und auch mit dem Zustand des Grundstücks des ehemaligen Nema-Ferienheimes in zentraler Lage ist der Ortsvorsteher nicht zu 100 Prozent glücklich: Zwar wurde es von der Stadt erworben und ist inzwischen eine Grünfläche. Doch den vom Ortschaftsrat gewünschten Park wird es wohl nicht geben. Allenfalls in eine Tischtennisplatte, in ein paar Bänke und Wege will die Stadt investieren. Denn sie sieht alles nur als Zwischenlösung: Irgendwann soll auch die Vogelsgrüner Feuerwehr ein neues Gerätehaus bekommen. Uhlmanns Fazit zum Abschied aus dem Ortschaftsrat: "Als Ortsvorsteher braucht man einen langen Atem."

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