Aromatherapeutin setzt Rosen vielfältig ein

Bei einem Vortrag über die Königin der Blumen haben Interessierte in Oberlauterbach neue Einsatzmöglichkeiten kennengelernt. Auch, wer das Rosenöl bevorzugt.

Oberlauterbach.

Mixer, Zuckerdose, aufgetaute Rosenblätter: Die kleine "Küche" neben Informationsmaterial-Stapeln lässt ahnen, dass der bevorstehende Vortrag mehr beinhaltet als Theorie. Zehn Interessierte haben sich am Mittwoch im Oberlauterbacher Natur- und Umweltzentrum Vogtland darüber informiert, was Rosen alles können.

Auf jeden Fall mehr, als "nur" gut riechen und schön aussehen, fasst Silke Lang zusammen. Mixer, Zucker und Blätter werden für ein kinderleichtes Rezept gebraucht: Nach dem Vortrag wird Rosenzucker zubereitet und gekostet.


Wenn Silke Lang die gesamte Bandbreite möglicher Rosen-Einsatzgebiete aufzählt, geht zwangsläufig viel Zeit ins Land. Am Mittwoch beschränkte sich die Expertin auf die wichtigsten. Und dazu gehört neben dem Verfeinern von Desserts die Aromatherapie. Denn die Blätter der Königin aller Blumen besitzen ätherisches Öl. "Da kann die Rose allerhand leisten", erklärte Silke Lang. Rosenöl sei ein typisches Frauen-Öl. Bei Männern komme es weniger gut an, sprach sie aus Erfahrung. "Die stehen eher auf Sandelholz." Dass die Rose zu den Heilpflanzen gehört, ist der Aromatherapeutin zufolge bisher noch wenig bekannt - oder kaum mehr geläufig. "Wissen der Großeltern ist nicht weitergegeben worden", bedauerte sie. Mit Vorträgen und Workshops will die Fachfrau aus Jößnitz solche Lücken schließen.

Rosenöl leiste bei Herzklopfen und innere Unruhe gute Dienste, erklärte Silke Lang. Das gelte auch für Kinder und Jugendliche. "Wenn sie Probleme in der Schule haben, schlecht schlafen oder vor irgendetwas Angst haben, kann das helfen." Auch als natürliches Sonnenschutzmittel für nicht ganz so heiße Tage lasse sich Rosenöl verwenden. "Es hat einen Lichtschutzfaktor, der bei 4 bis 6 liegt."

Von Rosenkäufen in Blumenläden rät Silke Lang ab, wenn Blüten für mehr verwendet werden sollen als zur Dekoration. "Die Blumen sind behandelt", sagte sie und betonte deshalb: Unbedingt zu Wildrosen oder Duftrosen aus dem eigenen Garten greifen. Falls nicht vorhanden, bei einer Vertrauensperson anfragen, die keine Chemie einsetzt. Dass die Rose vor allem ein Augenschmaus ist, sollten Gesundheitsbewusste und Experimentierfreudige Silke Lang zufolge allerdings keinesfalls vergessen. "Es ist auch schön, wenn man eine Rose einfach mal anguckt", berichtet sie. "Die Zeit dafür nehmen sich heute viel zu wenige Leute."

Silke Lang ist ausgebildete Aromatherapeutin, Kräuter- und Wildobstpädagogin mit eigener Aromapraxis im Plauener Ortsteil Jößnitz. Einmal pro Monat kommt die Vogtländerin für Vorträge und Workshops ins Umweltzentrum nach Oberlauterbach. Wie viele Rosensorten existieren, ist ihr gar nicht geläufig. "Das wissen nicht mal die Gärtner", sagte sie. "Es gibt immer neue Züchtungen."


Rezept für Rosen-Pesto

Rosen-Pesto für Quark und Joghurt

Zutaten: 100 g Mandeln, 1 Bio-Limette, 1 Vanilleschote, 50 g Wild- oder Duftrosenblätter, 50 g Zucker.

Zubereitung: Limette heiß waschen, kräftig abtrocknen, Schale abreiben, Saft auspressen; Vanilleschote vorsichtig längs aufschneiden, Mark herauskratzen; blanchierte Mandeln grob hacken; Blütenblätter, Limettenschale und Vanillemark zu den Mandelstückchen geben, alles fein hacken; Limettensaft löffelweise einfließen lassen, verrühren und mehrmals kosten, damit die Masse weder zu sauer noch zu intensiv wird; Pesto in Gläser mit Schraubverschluss füllen; Haltbarkeit fünf bis sechs Tage im Kühlschrank.

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