Baustellen bleiben länger

Die Breitbandverlegung in Reumtengrün ist voraussichtlich erst im Sommer abgeschlossen. Auf Widerstand stößt der Mix aus Erd- und Luftverkabelung.

Reumtengrün.

Warum kommt das Internet-Glasfaserkabel anderswo durchgängig in den Boden und bei uns nicht? Wie so oft bei Reumtengrüner Ortschaftsratssitzungen in jüngster Zeit verlangte Familie Ackermann vom Ortschaftsrat und insbesondere Oberhaupt Uwe Ebert (Bürgerinitiative) auch am Montag eine Antwort und warf ihm sogar vor, sich nicht genügend zu kümmern. Ebert versuchte angesichts der Beschuldigung Ruhe zu bewahren und betonte auch zum wiederholten Mal, sowohl ihm als auch der Auerbacher Stadtverwaltung seien die Hände gebunden. "Ich verstehe das genauso wenig", äußerte er sich zum Reumtengrüner Luftkabel-Boden-Alleingang der Deutschen Telekom AG als federführendes Unternehmen für den Breitbandausbau. "Aber da können wir nichts machen." Vielmehr handele es sich um unbeeinflussbare interne Entscheidungen.

Für Tiefbauarbeiten und Kabelverlegung hat die Telekom Subunternehmer beauftragt. Bei seinen Aussagen zum aktuellen Stand und dem weiteren Verlauf berief sich Uwe Ebert auf Angaben der Firma OFM Communications GmbH & Co. KG mit Sitz in Burgkunstadt, die für den Tiefbau zuständig ist. "Was in der Erde ist, bleibt auch in der Erde", fasste er zusammen. "Und was sich auf den Masten befindet, bleibt oben. Wenn das jemand anders wünscht, wird das natürlich möglich gemacht", so der Ortsvorsteher weiter. Allerdings müssten dann die Kosten selbst getragen werden.

Reumtengrün wird von Auerbach (Standort ehemaliges Postgebäude) über Rebesgrün bis zum Kasten an der Bergstraße versorgt. Auch den Reumtengrüner Ortsteil Richardshöhe speist die Auerbacher Zentrale. An der Hauptstraße werden Leerrohre beginnend am Ortseingang in Höhe Freibad bis hinunter zur Bergstraße verlegt. Und zwar 1,20 Meter tief, um beim geplanten Straßenbau in naher Zukunft das Breitbandkabel nicht erneut antasten zu müssen, erklärte Uwe Ebert.

Gebaut wird auf der linken Hauptstraßenseite in Richtung Grüne Aue. 50 Meter will die Firma pro Tag bewältigen. Vorgesehen ist, eine Wanderbaustelle mit halbseitiger Sperrung und Ampelregelung einzurichten. Nach jüngstem Stand soll der Ausbau nicht wie ursprünglich geplant innerhalb des ersten Quartals, sondern im Sommer zu Ende gehen.

Uwe Ebert wies außerdem darauf hin, dass niemand zur Umstellung auf Breitband gezwungen werde. Es sei auch möglich, das vorhandene Kupferkabel weiter zu nutzen. Dann müssten jedoch weniger hohe Übertragungsraten in Kauf genommen werden. In Reumtengrün existiert ein gewaltiges Kapazitätsgefälle: Während manche Internetnutzer mit zwei oder drei Megabyte kämpfen, können sich andere über 50 Megabyte freuen. Der Breitbandanschluss soll mehr als 70 Megabyte möglich machen.


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